Beilagenteller: Volo werden – so nicht
„Starte Dein journalistisches Volontariat in einem der führenden Medienhäuser." YES! „Schreib Dein Leben weiter." Auch YES! Ich bin gespannt auf die Seite volo-werden.de. Schließlich habe auch ich mal ein Volontariat gemacht. Damals kamen auf eine Stellenausschreibung hunderte von Bewerbungen und heute? Es scheint, als hätte sich das Blatt gewendet. Medienhäuser wie die Süddeutsche Zeitung oder VRM werben im gemeinsamen Projekt der Medienhäuser und der jule: Initiative junge Leser für den Nachwuchs.
Ich verstehe nur nicht ganz, warum das so lieblos und inhaltsleer sein muss. Kein Video-Content, kaum Texte, wenig Infos. Verzweifelt habe ich versucht, auf jede Schaltfläche zu klicken. Nix! Dabei wäre es doch so einfach. Begleitet einen Volo für einen Tag, schöne Schnitte, und schon bekomme ich einen ganz anderen Eindruck. Redaktionskonferenz, Vor-Ort-Termin, Schreiben der Geschichte, Live-Gang online und das Ergebnis in der Zeitung. Allein dadurch hätte man schon die komplette Multimedialität des Jobs aufgreifen können. Stattdessen: Kacheln mit Floskeln, die man aus jeder Anzeige besser kennt.
Wenn Ihr das mal wirklich cool machen wollt, sagt Bescheid. Wir helfen gerne. Ich würde mich dann auch auf eine Schreibweise bei Du, Dein und Dich einigen. Sorry, bin gerade im Negativ-Modus oder einfach nur enttäuscht von der Seite, die so viel hätte zeigen können.
KI-Corner: Mehr Schlaf & Effizienz – KI in der Bäckerei
Müssen es immer die großen Themen sein, die man mit dem Einsatz von KI verändern kann? Nein. Bester Beweis: die Bäckerei Walter im Erzgebirge. Das 30-köpfige Team wird im Arbeitsalltag unterstützt, und das sorgt für deutlich mehr Effizienz in der Produktion. „Durch die KI habe ich prinzipiell mehr Zeit", sagt Lukas Dippmar bei mdr.de. Die KI helfe bei der Vorbereitung und Planung der Zutaten. Jetzt würden bereits am Vortag Teiglinge in den richtigen Mengen hergestellt und zur Reifung im Kühlhaus gelagert. Ergebnis: eine Stunde länger schlafen. Hört sich nicht nach viel an? Wären bei 300 Arbeitstagen fast 13 volle Tage, die er mehr schlafen kann.
„Vier Tage im Voraus plant die KI, was abgewogen und gebacken wird", erklärt der Bäckermeister. Dank intelligenter Kassen- und Rezeptwaagen-Systeme wird alles geplant und berechnet. Genau so geht's. Davon gibt es in jedem Handwerksbetrieb wahrscheinlich dutzende Anwendungsfelder.
KI-Corner: Tschüss, Keyboard!
Ich teste ja gerne neue KI-Tools. Ehrlich gesagt, die meisten kommen und gehen. Nur die wenigsten Programme bleiben wirklich und unterstützen mich im Alltag. Jetzt hat Flow gute Chancen. Denn schon nach wenigen Minuten habe ich mich daran gewöhnt, nicht mehr zu tippen, oder wie es die Macher des Tools sagen: das Keyboard zu eliminieren. Denn einmal installiert, geht es ganz einfach. In jeder Anwendung (WhatsApp, Slack, Word, Mail) kannst Du blitzschnell die Taste „fn" drücken und sprechen. Der Text wird transkribiert, korrigiert und passend geschrieben. Die Ergebnisse sind bislang wirklich gut. Also für alle NewsSnack-Leser, die gerne KI-Tools testen: Flow heißt Dein neues Spielzeug.
Nach einer kostenlosen Testphase bekommst Du Flow für 15 EUR/Monat. Ob es das wert ist, muss sich noch zeigen. Ich werde berichten.
KI-Corner: KI-Hörbuch in Spotify
Schritt für Schritt verschmelzen die Welten weiter zusammen. Jetzt arbeitet Spotify intensiver mit ElevenLabs zusammen, damit Hörbücher, die schnell per KI erstellt wurden, direkt in Spotify eingespeist werden können und so eine breite Masse an Menschen erreichen.
Ich habe mir in letzter Zeit so viele Texte im ElevenLabs Reader vorlesen lassen, dass es für mich mittlerweile sehr natürlich ist und klingt. Ein weiterer Hebel: Die Hörbücher sind direkt in nahezu jede Sprache zu übersetzen. Content-Erstellung und Distribution werden wirklich immer leichter. Mittlerweile kann jedes kleine Unternehmen ein eigenes Medienhaus sein. Schauen wir mal, wie lange es noch dauert, bis wir den 923b Newsroom gegründet haben.
Dazu habe ich vor kurzem noch den passenden Satz gelesen. Im Kampf David gegen Goliath ist David dank KI besser aufgestellt denn je. Und wenn die Goliaths dieser Welt weiter so langsam agieren, ist es sogar ein Vorteil, klein, wendig und vor allem schnell zu sein.
Spotify-Newsroom: Support für ElevenLabs-Hörbücher
Kampagnensalat: GÖNRGY – ein KI-Spot mit Grenzen
Ich sagte bereits: Besser wird es nicht! Damit soll ich recht behalten. Was als nächstes folgt, ist ein KI-generierter Werbespot für den GÖNRGY von Montana Black, vertrieben durch Kaufland.
What did my eyes just witness …
Eine Mission, drei neue Geschmackssorten, KI und eine schlechte Synchro sind die Zutaten für den Spot. W&V berichtet: „Vom Konzept über die visuelle Gestaltung bis hin zur technischen Umsetzung wurde das gesamte Bewegtbildmaterial von KI-Algorithmen entworfen und optimiert."
Mir gefällt der Spot nicht, aber ich denke, das Problem liegt vor allem bei mir und meinem Qualitätsanspruch. Hier gibt es zwei Seiten zu betrachten:
Wie weit KI ist, das Video als Status Quo betrachtet, ist verrückt und erstaunlich zugleich. Bewegtbild in dieser Form, ganz ohne Shooting … Chapeau. Mein Qualitätsanspruch sieht aber immer noch kleine Bewegungen, die man in einem natürlich geshooteten Spot nicht hätte; vor allem die Umsetzung der Action-Sequenzen ist überdreht und so künstlich, dass es auf mich nicht intelligent wirkt.
„Ein Experiment mit viel Potenzial. Man kann zwar hier und da noch ein paar KI-typische Eigenheiten erkennen, das Ergebnis ist aber bereits gut gelungen und zeigt, welches Potenzial diese Technologie hat", sagt Christoph Schneider, Geschäftsführer Marketing Deutschland bei Kaufland, zitiert W&V.
Potenzial ist auf jeden Fall da und sichtbar, das predigen wir rauf und runter, und wie bereits beschrieben: Vielleicht sind es meine Grenzen, die mich nicht ganz abgeholt fühlen lassen. „Die Konzeption und Umsetzung der Kampagne erfolgte in Zusammenarbeit mit der Agentur Departd sowie einem spezialisierten KI-Creator." Da würde mich doch interessieren, wie dieser KI-Creator heißt …
Nachtrag: Man kann auch mal ganz losgelöst von KI schreiben, dass der Spot einfach schlecht ist.