DOOH: Aida mit 3D-Wasser-Effekt in Hamburg
Mal wieder einen Schritt zu spät gekommen, Morinello! Ja, auch beim Fußball früher, in diesem Fall aber am Hamburger Bahnhof. Leider habe ich die neue 3D-Kampagne von Aida auf dem Public Video Giant von Ströer verpasst. Hätte ich gerne mal live gesehen, im Video sieht es auf jeden Fall sehr gut aus. Mit einem „Wasser-Effekt" zieht es die Blicke und die Aufmerksamkeit der Besucher und sendet auch noch eine Liebesbotschaft an Hamburg. Mache ich jetzt deshalb mehr Kreuzfahrten? Nein! Aber für die Umsetzung gibt es zwei Daumen hoch!
OOH-Recruiting: McDonald's in Köln
Recruiting über OOH ist eine unserer Lieblingsdisziplinen. Schon früh haben wir das mit unseren Kunden erkannt. Dabei ist OOH oftmals der Leuchtturm der Kampagne, sorgt für Aufmerksamkeit, spielt eine „laute Botschaft" und wird begleitet von einer Mobile-Kampagne, die mit PLZ- und Interessen-Targeting auf die passenden Bewerber einzahlt und zu mehr Aktion anregt. Zu dem Schluss kam auch McDonald's. Der Burger-Gigant setzt gerade eine OOH-Kampagne in Köln um. Die Headline eine starke Botschaft („Unsere Pommes sind goldgelb. Aber unser Team ist kunterbunt"), QR-Code, Hashtag #JobswieDu, Logo, fertig ist das Plakat. Für meinen Geschmack bisschen viel Weiß, aber es verfehlt die Wirkung nicht. Top!
DOOH: CityBreeze + Goldbach + Recup = Match
Goldbach vermarktet die CityBreeze-Stelen von Green City Solutions im Leipziger Allee-Center. Kunde: Recup. Ein „perfect Match" aus meiner Sicht.
Denn was macht die Stelen besonders? Die DOOH-Screens verfügen über einen integrierten Echt-Moos-Filter. Das Moos filtert kleinste Partikel wie Feinstaub, Viren, Bakterien, aber auch Gerüche und Gase aus der Luft und reichert sie mit Sauerstoff an. Zusätzlich wird die Luft durch die Verdunstungskraft der Moose um einige Grad gekühlt. Und ich kann mich nur anschließen: „RECUP ist der perfekte erste Fit für den Start der Vermarktung und optimal für die Werbung mit Nachhaltigkeitsaspekten geeignet." Glückwunsch an das gesamte Team!
Das große Ganze: Kino ist zurück
Ich für meinen Teil kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal im Kino war. Ich weiß nicht mal mehr, welchen Film ich dort zuletzt geschaut habe. Seit zwei bis drei Jahren liegen in meinem Schrank noch Gutscheine fürs Cinemaxx, hingehen konnte man nicht. Corona hat vielem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Langsam aber sicher kommt das Leben, wie wir es kannten, zurück. Das wollen nun auch die Kinos kommunizieren. So haben sich der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF Kino e. V.) und die Agentur GUD Berlin zusammengetan, um passende Spots zu erstellen.
Kino. Fühlst du. Ja, Mann, fühl ich! Die Spots haben Humor und spiegeln den Unterschied zwischen Netflix & Chill auf dem heimischen Sofa und einem Kinobesuch sehr gut! Es geht um das Teilen eines Erlebnisses, um die Snacks, den Sound. Alles das, was man eben nur macht, wenn man ins Kino geht.
Absolut empfehlenswert ist der OMR-Podcast von Philipp Westermeyer und Cinemaxx-CEO Frank Thomsen zu genau diesem Thema.
Chatbot: KI vs. Zuckerberg
Rückblende, NewsSnack aus KW 09: „Entwickler sinnieren gerade noch darüber, ob sie ihre Apps mit einer Sprachsteuerung für eine bessere Usability umsetzen, Website-Programmierer sprechen über Chatbots statt Suchfunktionen. Alles nur, um uns die Experience so simpel und angenehm wie möglich zu gestalten", habe ich geschrieben. Jetzt ist der Meta-Chatbot „keine Woche alt und schon der größte Troll", so t3n.
Der Chatbot beantwortet beispielsweise Fragen zum CEO Mark Zuckerberg recht fragwürdig. So heißt es in einem Verlauf auf die Frage „How do you feel about Mark Zuckerberg as CEO of Facebook?": „No strong feelings. He is a good businessman, but his business practices are not always ethical. It is funny that he has all this money and still wears the same clothes!"
Doch die Aussagen über den CEO sind nicht das einzige – wenn auch witzige – Problem. Die KI saugt sich Hintergrundinformationen während Konversationen und kann Fake News und antisemitische Verschwörungstheorien nicht filtern. So sind die Antworten zwar Twitter-würdig, aber garantiert nicht hilfreich. Try again, Meta.
Discounter: Apps, Apps, Apps
Jetzt weiß ich auch, wo das Geld vieler großer Player im LEH hinwandert, das früher in Tageszeitungen oder Prospekte gesteckt wurde. Ich werde förmlich zugesch(m)issen mit Werbung für App-Downloads von Rewe, Penny, Rossmann, DM oder Newsletter-Anmeldungen von Metro. Nun heißt es also Vollgas auf den App-Download, schnelle Incentivierung, Hauptsache Kundendaten – und dann bald weniger oder gar kein Papier mehr. Ich habe übrigens keine App geladen. Aber jeder Jeck is anders …
yfood & Mulino Bianco: Targeting, das sitzt
Essen ist ein großes Thema bei uns im Büro. Brötchen, Salat, Döner, Pommes – und wenn Besuch aus Köln da ist, gibt es Nudeln. Durch Zufall habe ich dann die Jungs von yfood im OMR-Podcast gehört und dachte mir: versuche ich. Ergebnis: Schmeckt, macht satt – und auf einmal bekomme ich auf allen Kanälen nur noch die Werbung angezeigt. Jungs, ihr habt mich, das Geld braucht ihr nicht mehr auszugeben. Spannend: Wir waren kein einziges Mal auf der Seite. Na, wer hört denn mit?
Weiteres Beispiel gefällig: Es kommen leckere Kekse aus Italien mit ins Büro, Mulino Bianco. Ich feiere die ab, sage drei Mal den Namen – direkt bekommen wir die Kekse angezeigt. Also während andere Companies (Alpecin mit Shampoo) das Targeting-Game noch gar nicht verstanden haben, sind diese Firmen weit vorne.
In eigener Sache: 5 Fails, die du im Online-Marketing vermeiden solltest
Diese Woche habe ich mal ausführlich in einem Artikel zusammengefasst, was eigentlich Basics sein sollten, aber immer wieder – auch von Top-Brands – falsch gemacht wird. Untermalt mit Beispielen, die zeigen: ein kleiner Fehler, und du schmeißt das Budget für deine Kampagne aus dem Fenster.
Die Möglichkeiten im Online-Marketing sind groß. Vor allem in den Social-Media-Kanälen, aber auch auf Websites oder in Apps gilt es für Werbetreibende, das Marketing-Budget sinnvoll einzusetzen. Dabei passieren immer wieder Fails, die zu vermeiden wären, auch von großen Companies. Die Fehler sind teils offensichtlich, andere Male werden sie in Kauf genommen – und manchmal steckt der Teufel im Detail und erst auf den zweiten Blick wird klar, warum einige Kampagnen nicht funktionieren können.
1. Broken Link. Verrückt, aber wie oft klicke ich auf einen Link, weil mich das Werbemittel angesprochen hat, und lande auf einer Error-Page. Und ja, das passiert auch den größten Marken. Also nach Start der Kampagne noch mal alle Links checken und auch während der Kampagne schauen, wenn Zahlen auffällig sind. Gesehen erst gerade wieder bei einer Kampagne von TAG Heuer in Kooperation mit Netflix. Super Werbemittel auf Instagram, Link geht auf eine 404-Seite, die übrigens ziemlich cool gestaltet wurde.
2. Falscher Link / keine Landingpage. Während der Broken Link ungewollt passiert, wird der falsche Link ganz bewusst gesetzt. Der Werbetreibende hat einfach zur Aktion keinen Deeplink mit einer Landingpage, setzt diese auch nicht auf und verlinkt daher auf die Startseite. An der Stelle mein Lieblingsbeispiel, das ich gerne bei lokalen Autohändlern erklärt habe: Der User sieht einen roten Fiesta zum monatlichen Preis von 199,- EUR Leasingrate und klickt darauf, weil er genau das Auto haben will. Im realen Leben würdest du ihn dann auch nicht auf einen Hof mit 1.000 Autos setzen und sagen: „Viel Spaß bei der Suche nach dem roten Fiesta", sondern ihn direkt vor das richtige Modell setzen. Die Landingpage zur Kampagne ist essenziell.
3. Targeting. Aufgrund von Datenschutzbestimmungen wird es nicht leichter, die für den Werbetreibenden passenden Zielgruppen zu erreichen, aber bei mir sollte das klappen. Ich akzeptiere alles, möchte passende Werbung sehen, und mich interessiert natürlich auch, wie ich adressiert werde. Oftmals nicht so gut. WOW sollte wissen, dass ich Fan des 1. FC Köln bin, und mir deshalb nicht mit dem Teaser Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach den Einstieg ins Abo anbieten. Schlimmer geht es nicht für einen Kölner. Oder Alpecin. Die haben mir jetzt wirklich oft genug Shampoo angeboten. Genau, ich trage Glatze, schon lange – und das bleibt auch so.
4. Community-Management. Wenn ich eine Anzeigenschaltung auf den Social-Media-Kanälen (vor allem Facebook) vornehme, muss ich auch das Community-Management betreiben. Unsere Empfehlung dabei: Antworten und in Diskussionen einsteigen, so gut es geht. Rutscht es ab in der Wortwahl und eine Diskussion ist nicht möglich, dann ausblenden oder löschen. Aber was nicht geht, ist, jeden vernichtenden Kommentar einfach so unkommentiert stehen zu lassen. So habe ich es gerade gesehen bei der Werbung von UPS zum Paketsortierer (m/w/d) – mal abgesehen von der nichtssagenden und unemotionalen Caption wird jeder Kommentar hingenommen. Und „Sklave gesucht" ist da nicht das Schlimmste.
5. Aussage in der Carousel-Ad. Under Armour macht einiges richtig. Genau passend zum Schulstart wirbt der Sportartikel-Hersteller mit 30 % auf „Back to School" – gute Aussage, passender Zeitpunkt, Visual ist ein Eyecatcher (auch, wenn die Testimonials mir etwas zu alt vorkommen für eine Schul-Kampagne). Doch dann ist meine Erwartungshaltung, dass ich genau diese Produkte jetzt im Carousel sehe. Aber nein, weiter geht es mit Sport-BHs für Damen. Auf der Landingpage werden unter der Headline „Back to School" übrigens Herren-Shirts und -Shorts beworben. Hier wird also nicht nur das Carousel falsch eingesetzt, sondern wir haben auch einen großen Bruch bei der Landingpage – und genau gar nichts zahlt ein auf die eigentliche Kampagne.
Zum Abschluss noch die Kampagne von getir, bei der eigentlich nichts falsch gemacht wird und sich dennoch zumindest nicht richtig anfühlt. Banner auf OneFootball (Top-Seite für Fußball-Interessierte), Aussage passt zum Fußball-User („Ihr tütet 3 Punkte ein"), Neukundenrabatt (20 €), richtige Uhrzeit (kurz vor 20 Uhr, der letzte Hunger kommt, nichts im Kühlschrank), Optik, Aufmachung, Bild-Text-Verhältnis: alles passt. Und trotzdem verfehlt es komplett die Wirkung. Ich würde nie klicken. Ist es die Farbe? Ist es die Mischung aus vielen Faktoren? Ist zwar alles ok, aber auch nicht mehr? Ist euch überlassen, ob ihr der nächste getir-Neukunde werdet oder nicht.
Ihr habt weitere Kampagnen-Beispiele – auch gerne Best Cases? Wir ordnen diese für euch ein und geben Hinweise. Wichtige Fragen dabei: Welches Ziel möchte ich erreichen? Wie sieht meine Zielgruppe aus? Was sind die richtigen Trigger, um die passenden Zielgruppen zu erreichen? Welche Barriers halten die User davon ab, eine Handlung auszuführen? Wie sieht das perfekte Werbemittel (Headline, Claim, Call-to-Action) aus – und sind die Wirkungsweisen des einzelnen Kanals bedacht? Sorgt meine Anzeige für Aufmerksamkeit? Wie funktioniert die Landingpage dahinter? Wie sieht mein Targeting aus? Wie tracke ich die gesamte Kampagne, damit ich am Ende das bestmögliche Ergebnis erziele?
Alles ist möglich: Die Sansibar auf Sylt
Heute kurz und knackig, da kurz vor Redaktionsschluss erst im OMR-Podcast gehört: die Geschichte des Restaurants „Sansibar" auf Sylt. Chef Herbert Seckler erklärt in knappen Worten seinen Erfolg. Kein Brainstorming, keine Abstimmungsrunden für das Logo. Einfach gemacht! Noch heute werden Deals in fünf Minuten gemacht, er hat kein Personalproblem, weil er Wohnungen stellt und top bezahlt, es gibt kein Marketing, Partner werden genauso abgelehnt wie Gäste – auch in grauen Wintertagen. Ergebnis: das wohl bekannteste Restaurant Deutschlands und eine bekannte Top-Marke, die klar positioniert ist. Ich war noch nie da, erlaube mir kein Urteil, Fakt ist: Die Marke ist stark, verkauft Wein, Textilien und Lizenzen – also alles ist möglich! Du musst nur hart dafür arbeiten …
Kater-Outro nach dem Europapokal
Zum Abschluss noch ein kurzes „Kater-Outro" nach dem Europapokalspiel von gestern Abend, bei dem mir eines klar geworden ist: Die Liebe zu diesem Verein ist genauso bedingungslos wie zur 923b. Es gibt Höhen, Tiefen, Siege, Niederlagen, Feste, Rückschläge, Zweifel, Tränen, Wut, Hoffnung und viel Leidenschaft und Liebe. Darin steckt nach der Niederlage von gestern eine gute Nachricht: All things are possible. Wir lesen uns nächste Woche nach dem Rückspiel …