OOH: Die Lehrer-Kampagne aus „The Länd"
Liebe Lehrer, ich verstehe euch nicht. Das Kultusministerium in „The Länd" Baden-Württemberg ist zum Ferienende mit einer Kampagne am Stuttgarter Flughafen gestartet. Ich finde die wirklich gut. Sie ist laut, bunt, grell und hat wirklich gute Sprüche. Beispiele gefällig: „In deinem Job hast du schon alles gesehen? Dann lerne jeden Tag was Neues, werde Lehrerin" oder „Dein Chef ist von vorgestern? Arbeite mit den Führungskräften von morgen, werde Lehrerin".
Was stört nun die Lehrer? Ein Claim der Kampagne – „Gelandet und gar keinen Bock auf Arbeit morgen? Hurra! Mach, was dir Spaß macht, und werde Lehrer*in" – würde suggerieren, dass Lehrer nicht arbeiten. Die Welle ging so weit, dass die Kampagne sogar angepasst werden soll. „Keinen Bock auf deine jetzige Arbeit" soll dann auf dem Plakat stehen. Witzig, ich habe die Botschaft nie anders gelesen. Vielleicht sollten sich die Lehrer mal Gedanken machen, warum ausgerechnet sie die Kampagne so interpretieren und sich angegriffen fühlen? Sein Ziel hat das Kultusministerium auf jeden Fall erreicht: „Die Slogans sind bewusst so gewählt, um Aufmerksamkeit etwa bei potenziellen Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern zu erregen." Glückwunsch, das ist gelungen! Zum Bericht bei SWR3
KI-Corner: Hörtipp – „Amazing Future" mit Worldcoin-Gründer Alex Blania
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Spannendes Thema in Bewerbungsgesprächen. NICHT! Diese Frage von unkreativen Personalverantwortlichen war früher schon eher lahm, vorhersehbar und damit auch vorzubereiten; heute hat sie einfach keine Gültigkeit mehr. ChatGPT und viele weitere Tools haben einige Berufsbilder komplett verändert – und das in Monaten. Keiner kann wirklich vorhersagen, wie sich die Berufswelten und Jobbeschreibungen in den kommenden fünf Jahren verändern werden.
Einer, der auf jeden Fall eine These hat, ist Worldcoin-Gründer Alex Blania. Der sagt im OMR-Podcast, dass wir in fünf Jahren nicht mehr wissen, ob wir mit Menschen oder einer KI kommunizieren. Wer einen Eindruck davon gewinnen möchte, wie eine Welt mit World-ID und Worldcoin aussehen könnte, sollte sich dringend den Podcast anhören. Aber Achtung: Vieles ist „obviously amazing".
KI-Fluencer: Lilmiquela verdient 10 Mio. – und existiert nicht
Kennst du Miquela Sousa, aka lilmiquela auf Instagram? Ich bin ehrlich, ich kannte sie nicht. Dabei ist sie ein Social-Media-Superstar mit 2,8 Mio. Followern auf Instagram – und das schon seit einigen Jahren. Warum ich über sie gestolpert bin? Weil sie für Top-Brands wie Prada wirbt, ich einen Post mit Haribo gesehen und dann vernommen habe, dass ihr Jahreseinkommen bei (Trommelwirbel) rund 10 Mio. Euro liegen soll. Nicht schlecht für eine Influencerin, die es gar nicht gibt.
Auch hier liegen die Vorteile – wie letzte Woche bereits bei den Nachrichtensprechern – auf der Hand. Sie kann an jedem Ort der Welt sein, ist nie krank, wird keine Diva, es sei denn, sie soll. Oder wie Ted Murphy, Gründer des globalen Influencer-Marketing-Unternehmens IZEA, sagt: „Sie sind nicht durch menschliche Grenzen beschränkt. Sie können an mehreren Orten gleichzeitig sein, jede Sprache sprechen, unglaubliche Leistungen vollbringen und sich sogar nach Belieben einem kompletten Redesign unterziehen. Dies bietet grenzenloses kreatives Potenzial für Marken-Storytelling, Marketing und Publikumsbindung." Schöne neue Welt.
So geht's: Trumpf holt sich mit dem Alien-Laser die Presse
Wie komme ich eigentlich in die Zeitung, ohne dafür zu zahlen? Eine beliebte Frage von Anzeigenkunden. Meine saloppe Antwort: Wenn dir die Bude abfackelt. Alles mit einem Augenzwinkern, aber auch mit viel Wahrheit versehen: Es braucht halt einen Neuigkeitswert und eine außergewöhnliche Geschichte.
Das hat die Firma Trumpf verstanden. Anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums strahlte ein Megalaser 10 Kilometer in die Höhe. Ergebnis: verstörte Anwohner, die mit der Ankunft von Außerirdischen rechnen. Und das wiederum führt dazu, dass sowohl das Handelsblatt als auch die Tagesschau berichten. Und genau so geht es. Wenn du zum Jubiläum ein paar Bierbänke aufbaust, kannst du nicht mit Resonanz rechnen. Es muss auch nicht immer der Laser sein (das Thema ist jetzt eh durch), aber sei doch kreativ, sei mutig, sei laut.