Kampagnensalat: Bild dir deine Meinung, besser nicht
Bild. Dazu habe ich eine sehr starke Meinung im Allgemeinen. Normalerweise scheue ich auch nicht davor zurück, diese mit unseren Lesern zu teilen und dafür einzustehen. In diesem Fall ist es jedoch sinnvoller, den Beitrag so neutral wie möglich zu halten, denn: „Bild bleibt Bild".
Seit dem 31.10.2023 läuft die Kampagne in Form von Print-, digitalen Werbemitteln, Social-Media, OOH, Funk, TV und Kino. Vielleicht hast du selbst am Neumarkt die XXL-Werbeflächen gesehen? „Mutig, unterhaltsam und mit klarer Haltung", heißt es auf mediaimpact.
Aufgefallen ist mir das Werbekonzept zuerst auf dem Titel der neuen W&V. Ein Deckblatt mit Anzeige – den Claim kenne ich, den habe ich mir nämlich in abgewandelter Form für einen unserer Kunden vor 1,5 Jahren überlegt: „Du liest es doch auch" (Claim für Kunde: „Du lie(b)st es doch auch"). So der erste Aufhänger für mich, mir die Kampagne noch einmal im Detail anzusehen.
Die Aussage und der Look sollen – so mein Empfinden – einzig und allein dafür stehen, dass sich die Bild-Zeitung, wie sie bisher war, NICHT verändern wird. Keine neue Haltung, kein Wachstum. Einzig der Online-Auftritt und das modernisierte Gleichbleiben werden mit der Kampagne, die sicher einiges gekostet hat, noch einmal in die Köpfe der Leser gebrannt. Für treue Fans sicher gut zu wissen, dass alles so bleibt, wie es ist. Denn: Bild bleibt von Kopf bis Fuß Bild.
Ein wilder Ritt! Ein Medley aus Sport, Schule und KI
Da ich diese Woche einfach viel unterwegs war, dachte ich mir, schreibe ich doch ein kleines Medley aus Themen, die ich gesehen und gelesen habe. Gesehen habe ich auf jeden Fall großen Sport in Frankfurt. Das NFL-Game hat mir mal wieder eines gezeigt: groß, größer, US-Sports!
Unfassbar, wie es dieser Sport schafft, sich weltweit zu vermarkten und mehr Umsatz zu machen als die Top-5-Ligen im europäischen Fußball. Wenn Patrick Mahomes ins Stadion kommt, meint man, er hätte gerade die Welt gerettet. Hat er nicht, hat auch nur „nur" 6 Mio. Follower. Da kann Messi nur drüber schmunzeln – mit 491 Mio. Followern, 8 Ballon d'Or-Ringen und Adidas als Partner, die mit dem Siegerpost mehr als 12 Mio. Likes bekommen. Mittlerweile keine Zahlen mehr, die uns noch wundern in einer von Social-Media dominierten Welt.
Ich habe diese Woche aber auch Fakten gesammelt, die mich schon noch wundern. Bei meinem jährlich wiederkehrenden Tag an der Schule berichten die Jugendlichen (15–18) von Bildschirmzeiten von 6–8 Stunden. TÄGLICH! Unangefochten an der Spitze TikTok mit durchschnittlich 3–4 Stunden. TÄGLICH! Keine repräsentative Umfrage, dennoch Zahlen, die mich nachdenklich machen.
Nachdenklich macht mich auch ein Video mit einem kleinen Blick in die Zukunft. Wie lange wir wohl noch Werbung sehen, die nicht KI-generiert ist? Ich halte mich da an die Worte von Tim Höttges, den ich dank Einladung des Presseclubs hören durfte. Der sagt, dass das T bei Telekom für Transformation steht. Ich sage, dass das B in 923B für die Bereitschaft steht, die schnellen Veränderungen in allen Bereichen des Marketings zu verstehen und ihnen sogar vorwegzugehen. Bedeutet auch mal ein Pitch-Deck mit einer KI zu besprechen, Objekte in 3D zu scannen mit Luma Labs oder einfach seine Stimme in weitere Sprachen übersetzen zu lassen mit ElevenLabs. Weg von jeglicher Digitalität kann man auch mal was ganz Verrücktes machen: Man setzt sich in eine Hotelbar, frühstückt und liest eine gedruckte Zeitung. Ach, geht ja gar nicht. „Zeitungen haben wir schon lange nicht mehr, die liest keiner", sagt die freundliche Bedienung.
Frag mal ChatGPT: Was passiert, wenn KI die Arbeit überflüssig macht?
Ich sehe auf Horizont die Vorschau zu einem Artikel darüber, dass laut Elon Musk künstliche Intelligenz Arbeit überflüssig machen wird. Noch bevor ich ihn öffne, um zu lesen, was Musk darüber zu sagen hat, interessiert mich viel mehr, wie unser bester Freund ChatGPT das sieht. Also stelle ich der Allround-KI die Frage: Was passiert mit der Menschheit, wenn KIs die klassische Arbeit überflüssig machen?
Die Antwort ist lang, aber lohnt sich. Denn hier gibt es bereits viele Ansätze, die mich zum Nachdenken anregen – von wirtschaftlichen Veränderungen wie steigender Arbeitslosigkeit, neuen Arbeitsplätzen rund um Entwicklung und Überwachung dieser Systeme und der Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen, über soziale Verschiebungen bei Bildung, Ungleichheit und Freizeitgestaltung, bis hin zu Automatisierung, Innovation und der wachsenden Notwendigkeit, KI ethisch zu regulieren. Genug Stoff, um selbst weiterzudenken.