NewsSnack-Archiv · 2023

NewsSnack KW 06/2023 – Spotify-Targeting, Eurowings vs. Bahn & die 4-Tage-Woche

Von Marco Morinello · NewsSnack-Archiv · 2023

Aus dem Archiv Diese Ausgabe stammt aus meinem wöchentlichen Marketing-Newsletter NewsSnack. Hier findest du meine Beobachtungen aus KW 06/2023 – Spotify-Targeting bei Michael Bublé, Top & Flop der Woche mit Deutscher Bahn und Eurowings, der KI-Wahnsinn im Alltag, Levi's 501 und die 4-Tage-Woche bei unserem Kunden La Linea in Köln.

Spotify-Targeting: No Mannheim, no Bublé!

Dank Alex läuft hier seit zwei Jahren an Weihnachten Michael Bublé rauf und runter. Das merkt sich Spotify und weist mich in einer netten Push-Mail darauf hin, dass ich ihn bald live sehen könnte. Dass ich ihn jetzt nicht so mega finde, kann Spotify nicht wissen, aber die Headline „anstehende Events in deiner Nähe" ist schon irritierend. Denn vorgeschlagen wird mir die SAP-Arena in Mannheim am 18.2. Der Kollege singt aber auch am 14.2. in Köln, das wäre doch mal in meiner Nähe, Tickets gibt es auch noch zu kaufen. Und vielleicht wäre der Hinweis auf das Konzert bereits früher gut gewesen. Aber ich bin schon wieder im „Mecker-Modus"...

Flop der Woche: Eurowings – „In your face"

Das Bild der Eurowings-Anzeige auf LinkedIn hat mich getriggert. Ich war auch Vielflieger, habe sehr viel Zeit an Flughäfen verbracht. Dabei habe ich noch nie einen Menschen so auf dem Koffer an mir vorbeirollen gesehen. Das Briefing: Mach eine Pose, die besonders flexibel und zuverlässig aussieht. Kann man machen, ist halt...

Bin noch nicht ganz fertig. Ich fange nicht an, die Kernaussage „von Face-to-Face statt von Call zu Call" auf die Klima-Diskussionen dieser Tage zu beziehen. Die Headline hat einfach so keine Gültigkeit mehr. Denn jeder Business-Traveller, der ein halbwegs intaktes Familienleben hat, ist froh, nicht mehr für einen 30-Minuten-Termin nach Berlin zu müssen und aus 70 % seiner Flüge Calls zu machen. Das bedeutet nicht gleich, dass die restlichen 30 % nicht wichtig sind. Vielleicht einfach mal ein bisschen Grauzone ins Leben lassen. Schönen Gruß an alle Schwarz/Weiß-Denker!

Noch zwei Sachen: Extra groß mit diesem dekadenten „Platz-neben-mir-frei-Mist" zu werben, um daneben die CO₂-Kompensation anzupreisen, verstehe ich nicht. Und wenn man das alles doch macht – den netten Herrn in Bogenspannung, die Headline, die Extra-Bewerbung für den freien Platz – dann antworte doch auch bitte auf die Kommentare. Langsam wird das der „Big Fail" im Social-Media-Advertising. Egal, ob Recruiting, Sales, Image – keiner antwortet auf Kommentare. Dann schaltet auch keine Werbung in einem Social-Media-Kanal.

Top der Woche: Deutsche Bahn – „Ab auf die Schiene"

Die Deutsche Bahn macht es zusammen mit Ogilvy deutlich besser, auch wenn das Thema ähnlich bleibt: keine Online-Meetings mehr, endlich wieder reisen und Business-Partner treffen. Die Umsetzung ist dabei eine glatte 1. Nicht selten hat man das Gefühl, dass Video-Call-Marathons dazu führen, dass der Gegenüber alles macht, nur nicht zuzuhören. Bügeln, waschen, aufräumen? Mit der Bild-Aus-Funktion ist alles möglich. Einziger Kritikpunkt: Mir kommen gerade Video-Calls ein bisschen zu schlecht weg, sie haben vielen Menschen überhaupt erst eine Chance gegeben, Geschäfte zu machen während der Pandemie, und gehören heute zum Glück in jeden Tagesablauf.

Der KI-Wahnsinn im Alltag

Das Thema KI ist bei Felix Lobrecht und Tommi Schmitt im Gemischten Hack angekommen. Felix ärgert sich eher über das schlechte Ergebnis eines Lobrecht-Witzes durch ChatGPT und sagt, wenn das alles sei, brauchen wir keine Angst zu haben. Tommi ist da schon etwas sorgenvoller... Parallel dazu beschäftigen wir uns jeden Tag einige Stunden mit den neuesten Anwendungen und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus: SEO-Landing-Pages mit ChatGPT, Real-Time-Übersetzung in Videos, Videos mit Synthesia oder Präsentationen mit Beautiful.ai.

Neuerdings lassen Politiker ihre Reden schreiben, um auf das Thema aufmerksam zu machen – und in Kolumbien nutzte ein Richter ChatGPT, um ein Urteil zu treffen.

Was macht Google in der Zeit? Einen fatalen Fehler zum Start des KI-Chatbots Bard. Aber lies gerne selbst oder lass es Dir von murf.ai vorlesen.

Noch ist der Blick auf die Themen sehr heterogen: testen, Use-Cases finden, Wissen aufbauen, staunen... Eines wäre allerdings fatal: verschließen!

Levi's 501: Happy Birthday, schmaler Schenkel!

Levi's feiert den 150. Geburtstag der 501. Dafür setzt das Label die legendäre Jeans in Szene. Die Kreativagentur Droga5 erzählt dafür: „The Greatest Story Ever Worn".

Im Mittelpunkt stehen Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen: ein Jeans-Freund, der sich auf seiner Beerdigung alle Anwesenden mit einer 501 wünschte, ein Mann aus Georgien, der seine Kuh gegen eine Jeans tauschte, oder die Ankunft der Jeans in Jamaika.

„Nur wenige Produkte, geschweige denn Kleidungsstücke, sind seit so langer Zeit so beständig für so viele menschliche Erfahrungen präsent wie die 501", meint Chris Jackman, Vice President of Brand Marketing bei Levi's.

Stimmt! Ich schaue da nur etwas neidisch drauf, denn meine Erfahrung zur 501 ist, dass sie mir nie gepasst hat. In Zeiten, in denen der halbe Schulhof eine 501 trug, habe ich vergeblich versucht, meine Fußballer-Schenkel in die Jeans zu schießen. Keine Chance, weiter als bis zum Knie hat es kein einziges Mal gereicht. Also happy Birthday, Levi's 501! Es hätte so schön sein können mit uns, aber Diesel und G-Star hatten einfach mehr Interesse an einer Beziehung mit mir.

Zum Bericht bei Horizont

La Linea führt die 4-Tage-Woche ein (mit unserer OOH-Kampagne)

Volvo La Linea in Köln traut sich was: die 4-Tage-Woche für Werkstatt-Mitarbeiter! 32+1 Stunden/Woche arbeiten bei vollem Lohnausgleich. Da die Arbeitszeit verkürzt wird, benötigt La Linea mehr Mitarbeiter, um den einen Tag auszugleichen. Die 4-Tage-Woche bei La Linea umfasst 8 Stunden pro Arbeitstag und ist speziell an die Mitarbeiter in der Werkstatt gerichtet. „Wir suchen engagierte und motivierte Mitarbeiter, die sich bewerben möchten", sagt Geschäftsführer Dionysius Steingass.

Und damit jeder potenzielle Kandidat in Köln und Bonn davon erfährt, haben wir den Kunden bei seinen Marketingmaßnahmen unterstützt. Neben Radiospots und Social-Ads lag der Schwerpunkt auf einer breit angelegten #ooh-Kampagne, die auf den Roadside-Screens von Ströer ausgeliefert wurde.

Kampagnen-Idee: Top. Kanäle: passend. Ergebnisse bislang: viel Interesse, zahlreiche Bewerbungen.

Archiv-Ausgabe des NewsSnack von Marco Morinello, ursprünglich erschienen 2023. Meinung und Wortlaut sind bewusst unverändert übernommen.