Recruiting: Pizza nächste Statione
Social-Media, Print, OOH oder sogar Radio und TV. Die Möglichkeiten, um freie Stellen zu bewerben, sind vielfältig – und oft, zumindest bei den Massenmedien, auch sehr teuer. Deshalb testen wir, aber anscheinend auch viele Firmen, weitere kreative Wege, um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Dabei sehr erfolgreich: der gute, alte Pizzakarton.
Parallel flatterten zwei Erfolgsmeldungen dazu ins Haus. Die erste kam von Thomas Kemmerer, der auf 24RHEIN vom Klinikum Siegen berichtet, das erfolgreich Azubis über Pizzakartons gesucht hat. „Du bist die perfekte Zutat für unser Team", steht dort geschrieben – dazu ein QR-Code, der direkt auf die Bewerbungsseite des Klinikums führt. Bei Alloheim heißt es: „Pizza, Pasta, Pfleger – nur das Beste beginnt mit P" oder „Pizza nächste Statione".
Die Aufmerksamkeit der hungrigen Menschen ist garantiert, denn die Maßnahmen wirken an den Standorten, und für verhältnismäßig wenig Geld bekommen die Residenzen viele Bewerbungen. Bislang war der Pizzakarton nicht der erste Werbeträger, den ich empfohlen hätte, aber die Erfolgserlebnisse in hart umkämpften Märkten zeigen, dass er eine echte Alternative ist.
Terberg: „The Pitch" – der etwas andere Imagefilm
Kennst Du Terberg? Vor einer Woche hätte ich noch gesagt: Nie gehört. Zuerst haben sie es in einen Beitrag auf Horizont geschafft und jetzt zu uns. „The Pitch" ist ein Imagefilm von Woodyholl und Pivot Media.
Horizont zitiert Ann-Kathrin Kampmeyer, die tatsächliche Marketingleiterin bei Terberg Spezialfahrzeuge, mit den Worten:
„… Wir wollten mit einem humorvollen Auftritt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit generieren und gleichzeitig die Bindung zu unseren Kunden stärken …"
Ungewöhnlich für ein Traditionsunternehmen, aber auch mutig. Aufmerksamkeit ist garantiert. Der Humor ist für mich die wichtigste Komponente, und so hat sich der Clip blitzschnell zwei Daumen nach oben verdient. Einfach mal mutig sein. Vor allem: Einfach mal sich selbst nicht so ernst nehmen.
Super Bowl: die besten Werbeclips
Das große Super-Bowl-Spektakel ist rum, und natürlich haben wir hier noch einmal die besten Werbeclips für Dich zusammengefasst. Für alle Leser, die es verpasst haben: Neben der Ankündigung zum neuen Album von Beyoncé haben Taylor Swift und ihr Travis Kelce das Match gewonnen. Wie die Sterne für die Beziehung nach seiner Gesangseinlage stehen? Wir werden sehen, aber man sagt ja nicht umsonst: Glück im Spiel, Pech in der Liebe.
Oreo erfindet den Münzwurf neu. Man dreht den Oreo auf, und die Seite, auf der die weiße Creme liegt, entscheidet. So simpel und so doch so gut! Vielleicht kann ich dem Spot aber auch nur etwas abgewinnen, weil ich Münzwürfe schätze? Deine Meinung? Ab in die Kommentare! (Edit Marco: Jeder Fan des 1. FC Köln hasst einen Münzwurf – Stichwort Münzwurf von Rotterdam.) Zum Spot
Doritos dreht voll durch! Mit Dina, Mita und Jenna Ortega (Wednesday-Adams-Darstellerin): Zwei betagte Damen, die auf ihren elektrischen Rollatoren einen jungen Mann überfallen, weil er die letzte Tüte „Doritos Dinamita" eingesackt hat. Eine wilde Verfolgungsjagd, wie sie sonst nur in einem „2 Fast 2 Furious"-Teil zu sehen wäre. Der Clip ist die perfekte Unterhaltungspause für den Super Bowl und bekommt zwei Daumen nach oben! Zum Spot
Uber Eats – die große Beckham-Auflösung mit Jennifer Aniston: Was soll ich sagen, das Gesamtkonzept pustet jede Kritik davon und lässt mich schmunzeln. Jeder Joke passt perfekt, und die Message von Uber Eats wird in der genau richtigen Menge hinzugemischt. Vier Daumen nach oben, ich habe mir noch zwei aus Papier dazu gebastelt. Zum Spot
Hellmann's Mayo-Cat: Katzen regieren das Internet. Das hat auch Hellmann's verstanden und sich ein eigenes Katzen-Testimonial geschaffen. Die Storyline ist so witzig wie realitätsnah und vor allem: unterhaltsam! Zwei Daumen nach oben. Zum Spot
Squarespace – ein Website-Template-Anbieter – hat mit einer simplen Landing-Page intergalaktische Wesen auf uns aufmerksam gemacht, um uns dann mit dem Blick nach oben zu schicken, statt herunter auf unsere Smartphones zu schauen. Abgespaced, aber cool umgesetzt. Einfach mal was anderes. Einfach mal zwei Daumen nach oben. Teaser · Spot
Unilever feierte beim Super Bowl ein Comeback nach ganzen 20 Jahren und lässt es zum Big Bang emotional werden. Der Clip handelt von jungen Mädchen, die sich von den Rückschlägen im Sport nicht bremsen lassen, dafür aber von fehlendem Selbstbewusstsein. 45 % der Mädchen hören mit dem Sport im Alter von 14 Jahren auf. #KeepHerConfident ruft zu gegenseitiger Unterstützung auf und bebildert, wie unser Selbstbild eine gesamte Lebenslaufbahn beeinflusst. Vier (zwei echte und zwei aus Papier) Daumen nach oben für dieses Video. Zum Spot
CeraVe: Natürlich sind überwiegend „Nobrainer"-Clips unters Volk gemischt worden, so auch der Kampagnenfilm des Hautpflege-Unternehmens mit Schauspieler Michael Cera. Hier ist ein LSD-Trip auf zwei Beinen entstanden. Im Voraus wurde wohl schon die Gerüchteküche um die Mitgründung des Schauspielers eingeheizt, also ein durchdachtes Konzept. Aber Einhorn-Delfine? Weeeiß ich nicht … muss das? Muss nicht, aber kann witzig sein. Ein versteckt angehobener Mundwinkel statt Daumen nach oben. Zum Spot
BIC – Martha, Snoop und Willie: Wer hätte gedacht, dass Martha Stewart und Snoop Dogg mal in einer gemeinsamen Werbung für BIC-Feuerzeuge zu sehen sein werden? Ich nicht. Dazu steckt man noch Country-Star Willie Nelson, der die Basis des Clips bietet, und schon entsteht eine wahrlich heiße Kombination. Denn sowohl der Grill als auch schwimmende Kerzen werden entzündet. Ach, und die „Räucherstäbchen" von Snoop – dabei machte er doch zuletzt Werbung mit dem Gerücht, er höre auf mit dem Rauchen? Zum Spot
OOH und der Super Bowl: wo Außenwerbung an ihre Grenzen kommt
Ihr denkt auch, ich überlasse das Super-Bowl-Feld ganz Charles. Einen habe ich noch, schließlich war ich beim Spiel der Chiefs gegen die Dolphins in Frankfurt, trage seitdem die Chiefs-Mütze und schaue Woche für Woche American Football. In den Tagen vor dem Superevent fiel mir die massive OOH-Werbung für das Spiel auf, aber ich war immer zu langsam, um ein Foto zu machen. Das habe ich dann bei Mike Klostermann auf LinkedIn gesehen, dazu die passende Diskussion zu den falschen Trikots. Eine Mannschaft trägt im Super Bowl immer ein weißes Trikot. Hättest Du es gewusst? Wenigstens daran hätte man denken können.
Es zeigt aus meiner Sicht zwei Sachen. Erstens ist „Fußball-Deutschland" noch nicht so weit. Man stelle sich den Aufschrei vor, wenn DAZN die Spieler des BVB gegen die Bayern in blaue Trikots gepackt hätte. Zweitens: Der Werbeträger OOH hat – zumindest analog – seine Grenzen. Der Prozess einer OOH-Kampagne samt Planung der Werbeträger und Druck dauert Wochen. Deshalb stehen auch nicht die Mannschaften auf den Plakaten. Digital hätte man durchaus auch kurzfristig die richtigen Trikots zeigen können. Dann wäre allerdings die Stringenz in der Kampagne verloren gegangen, ich hätte es auch nicht gemacht. Wer Außenwerbung als letztes großes Massenmedium (das gibt Ärger von den TV-Verantwortlichen) nutzen möchte, sollte das bedenken, wenn er auf ein ganz spezifisches Event hinweist.
So genug zum Schach der starken Männer, hätte nie gedacht, dass der Sport, den ich vor gut 20 Jahren bei den Cologne Centurions gesehen habe, mal so groß werden wird in meiner Blase!
Grndios: Sie haben Liebespost (myswooop)
Und der Preis für die Valentinsnachricht des Tages geht an myswooop.
„Am Valentinstag möchten wir dir mal kein tolles neues Produkt empfehlen und keinen weiteren Rabatt-Code schicken, sondern einfach mal ‚Danke' sagen. Durch Leute wie dich wird die Welt ein bisschen grüner! 🌍 Egal, ob du einfach nur coole Gadgets kaufst oder ein neues Lieblingsteil bei uns findest – du trägst dazu bei, Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten …"
In ehrlichen Worten: Die Nachricht habe nicht ich bekommen, Kunde bin ich auch nicht, durch mich wird die Welt wahrscheinlich auch nicht grüner, so viel wie ich schon geflogen bin. Aber als ich die Mail weitergeleitet bekommen habe, dachte ich mir: genau so geht das! Einfach grndios, dickes Kompliment.
KI-Corner: Suche neu denken mit Perplexity
Perplexity.ai! Schon mal von gehört? Nein? Ich auch nicht. Bei der Einleitung im Newsletter von AI Peanuts bin ich über die Seite gestolpert, habe es getestet und weiß jetzt, warum Google zumindest Respekt vor dieser Art der Konkurrenz hat. Allein der Claim „Where knowledge begins" gefällt mir. Dann folgt mehr als nur ein „Suchen" und „Finden" – ich will gar nicht zu viel verraten, teste es mal. Perplexity hat aus meiner Sicht wirklich großes Potenzial, die ein oder andere Suchanfrage von Google zu „klauen".
KI-Corner: Sales neu denken mit Artisan
Kommen wir doch zu meinem Lieblingsthema Sales. Erst vor einigen Tagen habe ich wieder meine Meinung kundgetan, dass sich Sales in den kommenden Monaten und Jahren komplett verändern wird. Automatisierte und repetitive Aufgaben sind immer noch Hauptbestandteil von Sales-Mitarbeitern. In 2024 nicht mehr zu verstehen. Wahrscheinlich können heute schon CRM-Pflege per Voice, Kundenmails und Angebote komplett automatisiert werden.
Wer jetzt meint, das ist doch schon so, der täuscht sich. Es ist keineswegs die Normalität in Sales-Organisationen. Im Gegenteil: Anstatt seine Kapazitäten voll und ganz dem Kunden zu widmen, fließen immer noch große Anstrengungen in Berichtswesen, Research und Abstimmung. Ein Indikator dafür, dass sich das schnell ändern wird, sind KI-Agents wie Ava, die laut Plattform Artisan eine vollständig digitale Sales-Mitarbeiterin ist – und mit der guten Ava kann man einfach per Slack schreiben. Alles noch Beta, alles noch nicht getestet, aber eigentlich nur eine logische Schlussfolgerung im Jahr 2024!
Hörtipp: OMR Education
Lange keine Empfehlung mehr für die OMR Education geschrieben, das liegt aber eher daran, dass ich ohne Autofahrten nicht mehr zum Hören von Podcasts komme und weniger an der Qualität der Kollegen. Vor allem die Folge mit Jens Polomski kann ich nur empfehlen. Ich mag den Pragmatismus. Einfach anfangen, testen, nicht erst 100 Schleifen intern drehen und nach 2 Jahren merken, dass sich die KI-Kugel sehr schnell dreht. Einfach mitmachen: als Privatperson, als kleine oder auch als große Firma.