OOH: Die volle Ladung Außenwerbung
Endlich mal wieder die volle Ladung OOH bei uns im NewsSnack.
Starten wir mit Früh Kölsch, die ja wirklich dafür bekannt sind, im Bereich der Außenwerbung in der Champions League zu spielen. Hier fiel mir ein dauerhaft, fest installiertes Schild ins Auge an einer Kreuzung in Köln. Direkt neben Pit Stop und einem Nissan Autohaus wirbt die Brauerei mit dem Slogan „Geht runter wie Öl" – dazu ein super Motiv und fertig ist die coole Kampagne. Außergewöhnlich, dass Ströer für die Kampagne eine Seite ihrer digitalen Road Side Screens an einer stark frequentierten Straße „opfert" – guter Deal, Früh!
Wie kann man an der gleichen Ecke alles falsch machen? Pit Stop: Hold my beer!
Lass uns über was Positives schreiben. Denn zwei Beispiele, wie es besser geht, haben wir noch gefunden. Direkt am Ku'damm super prominent gelegen, eine der bekanntesten OOH-Flächen Deutschlands. Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich davorstand und mir dachte: Hier knallt Werbung richtig! Eigentlich fast immer knallt es bei Riesenposter-Flächen – alleine wegen der Größe! Und am Barbarossaplatz: Netflix hat schon bei Stranger Things gezeigt, dass OOH eines der führenden Medien zur Kommunikation ist – gleiches gilt jetzt für „The Gray Man".
OOH-Best-Case: OBI – Alles ist MachBar
Und zu guter Letzt endlich mal ein paar Zahlen von einem Kunden.
OBI hat für seine MachBar in Köln die digitalen Stelen von WallDecaux gebucht. Im Rahmen des CSD galt es, DIY-Begeisterte (w/m/d) für einen Besuch der kostenlosen Workshops zu gewinnen, in denen gemeinsam PRIDE-Plakate und Statement-Buttons für den CSD gestaltet wurden.
Das Ergebnis:
- Im Zeitraum von einer Woche erreichte OBI mit seiner Kampagne 1,735 Millionen Brutto-Kontakte.
- Die digitalen Motive wurden gezielt in POS-Nähe zu hoch frequentierten Tageszeiten ausgespielt.
- Der Uplift bei den Store-Visits in der MachBar betrug bis zu 66 Prozent.
OBI buchte das Kölner DigitalDeluxeNet von WallDecaux, weil sich die Digital City Light Poster in diesem Netz durch ihre Premium-Standorte in der Innenstadt besonders gut für die Kampagne eigneten.
Glückwunsch an die Kollegen für die Umsetzung vor unserer Haustür. Für alle, die sich denken: „Würde ich auch mal gerne umsetzen." – ruft einfach durch, das ist unser Home Turf!
Brandsnack: Kooperationen, die klug ziehen
Nutella x Ravensburger
Wir alle kennen sie, die Sammelpunkte auf den Ferrero-Produkten. Jetzt zieht Nutella alleine in die „Schlacht" und spielt hierbei nicht mit Treuepunkten, sondern dem Einkaufswert. Kaufe Nutella-Produkte im Wert von 9 €, Kassenbon fotografieren und hochladen, Prämie auswählen. Klingt einfach, ist einfach. Insgesamt stehen vier Spiele zur Auswahl: Level 8, Push, Elfer raus (kannte ich alle nicht – hat das was mit Fußball zu tun?) und Werwölfe. Alle im Nutella-Design. Ob das nun optisch schön gelöst ist, darfst du selbst entscheiden – den (Schach-)Zug beider Brands ordnen wir als klug ein.
Puma x Coca-Cola
Eine weitere Markenkooperation findet bei Puma und Coca-Cola statt. Von Schuhen über Bekleidung ist alles dabei! Und sieht auch noch cool aus! Auf sneaker.de heißt es: „Die PUMA x Coca-Cola Kampagne strahlt Americana aus und versetzt uns in die Zeit eines klassischen Diners im Stil der Route 66 zurück. Dekoriert mit Vintage-Postern, Wanduhren und anderen Erinnerungsstücken an die 1920er und 30er Jahre, vervollständigt das Setting die nostalgische Stimmung der Zusammenarbeit."
Der Launch der Kollaboration ist in zwei Teile gesplittet und startet am 11.08.2022. Teil 2 ist noch undatiert, also stay tuned!
Zur Puma-x-Coca-Cola-Collection bei sneaker.de
Tiffany & Co. x NFT
Die auch? Ja, die auch. Ah, ok. Es geht um Tiffany & Co., die, wie viele andere Brands, NFTs als Geldmaschine nutzen. Und zwar sind seit dem 05. August 250 einzigartige NFTs als 18-karätige Goldanhänger mit Edelsteinen und Diamanten erhältlich. Als Derivate verifizierte CryptoPunk-NFTs unter dem Projektnamen NFTiff. Der Name ist MEGA!
Die Krypto-Community ist eher geteilter Meinung zu dem Projekt. Twitter ist wieder heiß gelaufen. Jetzt mal ehrlich: Susi (42) aus Essen, Altenpflegerin in Teilzeit, ist jetzt nicht unbedingt die Zielgruppe für Tiffany & Co. Klar verstehe ich die Kommentare, die sich über die Preise auslassen und beschweren. Aber die Kunden von Tiffany schauen nicht auf den Preis. Die 250 Personen, die sich die zur Verfügung gestellten Anhänger kaufen, werden sich nicht im Geringsten dafür interessieren, wie viel ETH (30 ETH – 52.000 €) der Bums kostet. Die wollen ihr ganz persönliches Einzelstück. Etwas Besonderes kaufen, etwas Besonderes sein. Und das wurde mit der Aktion in jedem Fall gegeben!
Zur NFTiff-Kollektion bei todayscrypto.news
VW-Spot „Diamonds" mit Pulisic
Haben Amerikaner einen gewissen Hang zur Heldenverehrung? Ja, bestimmt. Und dadurch sind auch schon epische Spots mit Michael Jordan, Kobe Bryant oder den Williams-Schwestern entstanden. VW versucht sich jetzt mit dem Spot „Diamonds" für das Modell ID.4 einzureihen, mit dem Testimonial Christian Pulisic – ob er sich damit einen Gefallen getan hat? Ich bezweifle es stark.
Erstens interessiert „Soccer" in den USA nach wie vor nicht die breite Masse. Um hier Heldenstatus zu bekommen, muss ein Sieg bei der WM her – ich lehne mich weit aus dem Fenster. NEIN!
Zweitens war Pulisic ein großes Talent, aber den großen Durchbruch in die Weltspitze hat er nicht geschafft. Auch wenn VW, wie W&V berichtet, auf seine Champions League anspielt – da kam er von der Bank und wird nicht als entscheidender Spieler in die Geschichte eingehen.
Zudem ist der Spot selbst maximal eine 3 minus. Er versucht ein bisschen Epos von Nike, scheitert daran aber kläglich. Scheitern ist das entscheidende Wort für den letzten Punkt. Auch wenn der Satz „unter Druck entstehen Diamanten" auf den Fußballplätzen häufig genutzt wird, finde ich ihn schwierig. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Pulisic genau an diesem Druck scheitern wird. Er ist kein Lautsprecher, kein Leader – und jetzt soll der 23-Jährige mit dem Druck der ganzen Nation fertig werden? Puh, schwierig!
Hörtipp: OMR-Podcast mit Knossi
Ein echter Hörtipp ist der OMR-Podcast von Philipp Westermayer mit Knossi. Den kann man jetzt finden, wie man will (ich finde ihn wirklich erfrischend), aber seine Offenheit gibt Einblicke ins Entertainment von heute. Wie viel Impact hat TV auf Followerzahlen? Was bekommst du für einen Auftritt am Ballermann? Wie viel verdient er pro Monat auf YouTube? Warum ist das YouTube-Format 7 vs. Wild der absolute Hit? Dazu und zu ganz vielen weiteren Themen gibt es Transparenz und Ehrlichkeit, wie man sie sehr selten hört.
Linktipps
Warum Amazon iRobot kaufen möchte? Bestimmt nicht, weil sie Staubsauger so geil finden. Zum Artikel bei WELT
Alles ist möglich: Auf der Suche nach stillen Helden
Was ich wirklich liebe? Die Gespräche oder WhatsApp-Chatverläufe zu Themen des Newsletters. Dabei entstehen spannende Sachen. Ich schicke einigen Freunden den Pulisic-Artikel. Danach schreibe ich darüber, dass alle Menschen Helden sind – und warum sich manche nur so wichtig nehmen. Und sofort entstehen Ideen (wie immer).
Ein Gedanke, den ich teile: viel cooler in der Heldenstatus-überhitzten Sportwelt wäre ein Spot mit jeder Menge GESCHEITERTEN Sportlern, die SICH aber treu geblieben sind und (klassische) Werte vertreten.
Genau! Also lass uns auf die Suche gehen nach stillen Helden. Nicht Neymar und schon gar nicht Modeste. Eher Marco Bode, der niemals eine gelbe Karte gesehen hatte. Oder sogar der Dorfklub-Held, der nie den Verein gewechselt hat. 30 Jahre Zeugwart, Trainer von Jugendteams oder Hans Sarpei, der heute noch Projekte in seiner Heimat Chorweiler unterstützt. Gerne auch andere Sportarten. Wer eine Idee hat: ab in die Kommentarspalte, private Nachricht an uns oder einfach anrufen. Wir haben da richtig Lust drauf, und eines ist klar: Alles ist möglich!