Ratgeber · Wissen
Google Ads vs. Social Ads – wo lohnt sich dein Werbebudget?
Von Marco Morinello, Gründer der 923b

Der Kernunterschied liegt in der Nutzerabsicht: Bei Google Ads erreichst du Menschen, die aktiv nach einer Lösung suchen – du fängst bestehende Nachfrage ein. Bei Social Ads (Meta, TikTok, Instagram) erreichst du Menschen beim Scrollen, die nicht suchen – du weckst Interesse. Google eignet sich für konkrete Kaufabsicht und akuten Bedarf, Social für Reichweite, Markenaufbau, erklärungsbedürftige Angebote und Recruiting. Oft wirkt die Kombination am stärksten.
Das eine Prinzip, das alles erklärt
Bei Google tippt jemand aktiv „Schlüssel Notdienst Köln" ein – die Absicht ist glasklar, du musst sie nur einfangen. Bei Social sitzt jemand auf dem Sofa, scrollt und denkt an nichts dergleichen – du musst erst Interesse wecken. Nachfrage einfangen gegen Nachfrage erzeugen. Alles andere folgt aus diesem einen Unterschied.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Google Ads | Social Ads (Meta/TikTok) |
|---|---|---|
| Nutzerabsicht | sucht aktiv (Nachfrage da) | scrollt, sucht nicht (Nachfrage wecken) |
| Stärke | konkrete Kaufabsicht abgreifen | Reichweite, Marke, Emotion |
| Zielgruppen-Steuerung | über Suchbegriffe | über Interessen, Alter, Verhalten |
| Kosten-Tendenz | eher teuer (stark umkämpft) | oft günstiger pro Kontakt |
| Wichtigster Hebel | die richtigen Suchbegriffe | das Creative (Video/Bild) |
| Ideal für | akuter Bedarf, Dienstleistung, „jetzt" | Markenaufbau, Recruiting, erklärungsbedürftig |
Wann Google Ads die bessere Wahl ist
Immer dann, wenn Menschen aktiv nach dem suchen, was du anbietest. Der Handwerker, der Notdienst, der lokale Dienstleister, das konkrete Produkt – hier ist die Kaufabsicht schon da, und Google bringt dich genau im richtigen Moment ins Spiel. Für „jemand braucht das jetzt und sucht danach" ist Google unschlagbar.
Wann Social Ads gewinnen
Sobald niemand aktiv nach dir sucht – weil dein Angebot neu, erklärungsbedürftig oder emotional ist – kommst du über Google kaum voran. Da niemand tippt, gibt es keine Nachfrage zum Einfangen. Social erzeugt sie: Du zeigst dein Angebot Menschen, die noch gar nicht wussten, dass sie es wollen. Und für Recruiting führt fast kein Weg an Social vorbei, weil die besten Leute eben nicht auf Stellenbörsen suchen. Ein Nebeneffekt aus dem Mediageschäft: Je teurer Google wird, desto attraktiver werden Social und die anderen Kanäle im Vergleich.
Warum die Kombination oft schlägt
Der Mensch, der dein Social-Video gesehen hat und dich später bei Google sucht, weil du ihm im Kopf geblieben bist – das ist der stärkste Fall. Social erzeugt die Nachfrage, Google fängt sie ein. Ein Kanal, der auf den anderen einzahlt, wirkt mehr als die Summe der Teile. Deshalb baue ich selten „nur eins".
FAQ
Häufige Fragen
Ist Google Ads oder Social Ads günstiger?+
Tendenziell sind Social Ads pro Kontakt günstiger, weil Google für viele Suchbegriffe stark umkämpft und dadurch teuer ist. Aber „günstiger pro Kontakt" heißt nicht automatisch „besser" – entscheidend ist, welcher Kanal am Ende dein Ziel erreicht.
Wo soll ich anfangen, wenn mein Budget klein ist?+
Fang dort an, wo dein Kunde ist. Sucht er aktiv nach deinem Angebot, starte mit Google. Muss man ihn erst neugierig machen oder geht es um Recruiting, starte mit Social. Lieber einen Kanal richtig als beide halbherzig.
Funktioniert Social Ads auch für B2B?+
Ja. Auch Entscheider scrollen durch LinkedIn, Instagram und Co. Die Frage ist nicht ob, sondern mit welcher Botschaft und über welche Plattform du sie erreichst.
Brauche ich für Google Ads gute Suchbegriffe und für Social gutes Creative?+
Genau so. Bei Google entscheidet die richtige Auswahl und Steuerung der Suchbegriffe, bei Social das Creative. Wer den jeweils wichtigsten Hebel vernachlässigt, verbrennt Budget.
Mein Fazit
Google Ads ist das Netz, das du dort aufspannst, wo die Fische ohnehin schwimmen. Social Ads ist der Köder, der die Fische überhaupt erst anlockt. Für akuten, gesuchten Bedarf nimmst du Google. Für Aufmerksamkeit, Marke und Recruiting nimmst du Social. Und wer clever ist, lässt beide zusammenspielen.
Wenn du wissen willst, wo dein konkretes Budget am meisten bringt, schaue ich mir das gern an und sage dir ehrlich, wo ich anfangen würde.
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