MagentaTV – keine Liebe
Idee gut, Umsetzung hat noch Luft. Sich im Dschungel der Sport-Live-Streamingangebote zurechtzufinden, ist gar nicht so leicht. Da wollte die Telekom mit der Mega-Woche auf MagentaTV ein Zeichen setzen und bewarb diese bei Instagram. Beworben wurde: die Basketball-Euroleague am Donnerstag, Chelsea vs. ManCity am Donnerstag und Atlético Madrid vs. Barcelona am Sonntag. Drei Kritikpunkte: 1.) Warum bekomme ich die Werbung sonntags ausgespielt, da ist der Hinweis auf die ersten beiden Events wenig sinnvoll, 2.) Basketball und Fußball leben von Bildern und Emotionen, warum ist das Visual so leblos, kein Bewegtbild, keine Menschen, und 3.) lediglich der Basketball als Emoji in der Beschreibung sagt mir, dass es die Basketball-Euroleague ist. Ein bisschen mehr Information, wer spielt, hätte nicht geschadet. Auch in Social-Media-Anzeigen kann man als Werbetreibender Liebe und Emotionen vermitteln!
OOH: Halb falsch abgebogen – Stadt Köln
Hätte die Stadt Köln doch mal ChatGPT gefragt...
Dann wäre das Ergebnis der neuen OOH-Kampagne deutlich besser geworden. Ich möchte nicht schon wieder mit Dieter Bohlen anfangen, aber da muss es doch einen geben, der sagt: Das können wir so nicht machen. Der Text ist nicht zu erkennen, die Aussagen sind nicht lesbar, selbst wenn man als Betrachter davorsteht und Zeit hat. Zwei Merkmale, die bei OOH-Werbung an der Straße selten zutreffen. Schade! Denn die Kampagnenbotschaft ist top und der Zeitpunkt klasse. „Hey Kölle, mach Sport" steht auf dem Plakat, glaube ich zumindest, so schwer ist es lesbar. Der Bezug zum guten Vorsatz passt, die Ansprache ist direkt und trifft den Kölner, die Website koelle-aktiv.de lädt zum Sportmachen ein. Ich hätte den Call-to-Action mit der Domain größer gemacht, aber das sind Kleinigkeiten, das eigentliche Problem: Man kann es wirklich nicht lesen. Als ich den Deckel auf den Beitrag machen wollte, bin ich auf die Instagram-Seite – und siehe da: Das zieht die Stadt Köln schon länger als CI auf allen Kanälen durch.
Gerne erklären wir den Verantwortlichen, warum das in der Außenwerbung gar nicht funktioniert!
Kennzeichnung von Influencer-Werbung in Frankreich
Frankreich, das Land der Regularien. Der Vorreiter bei der Kennzeichnung von retuschierten Bildern führt aktuell eine öffentliche Befragung durch, mit deren Ergebnis ein Verhaltenskodex für Influencer definiert werden soll. Die Kennzeichnung von Werbung durch Influencer auf Social-Media ist nicht nur in Frankreich ein Thema, auch deutsche Gerichte haben sich in der Vergangenheit mit der Problematik befasst.
Horizont berichtet: „Bis Ende Januar können sich alle Französinnen und Franzosen auf einer Website zu verschiedenen Maßnahmen äußern. Dazu zählen etwa die Rechte und Pflichten von Influencern und der Verbraucherschutz."
Eine wichtige Maßnahme, denn oft erkennt man gar nicht oder viel zu spät, dass ein Post gesponsert, ein Produkt nicht selbst gekauft wurde oder die Reise auf einer Kooperation basiert. Wär doch auch mal was für good old Deutschland, oder?
Der KI-Backofen von Samsung
Mal ein kleiner Snack für zwischendurch. Wie T3N berichtet, plant Samsung einen neuen KI-Ofen. Nach dem Hören des Zeit-Podcasts „Alles gesagt" mit Richard Socher war mir klar, dass einiges auf uns zukommt, an den Ofen habe ich nicht gedacht.
Vorteile:
- Erkennen von Gerichten
- Empfehlungen zu Kochmodus, Temperatur, Zeit
- Versenden von Warnmeldungen
- Datenbank von 100 Gerichten
- Integration von Samsung Health
- Kommunikation über Touchscreen
Fazit: Ich brauche es nicht, aber die KI hält Einzug in den Alltag.
Spotifys „Playlist in a Bottle"
Ein Unternehmen, aus dem sich schon fast ein „Alles ist möglich" hätte schreiben lassen, laut der Mini-Serie auf Netflix – eine interessante, aber sehr dramatische Erzählung der Entstehungsgeschichte.
Letzte Woche, beim Öffnen der App, erwartete mich folgendes Pop-up-Fenster: „Playlist in a Bottle". CTA (Call to Action): „Erstelle eine musikalische Zeitkapsel, die bis 2024 verschlossen bleibt."
Nach dem Klick auf „Los geht's" wird zuerst ein Behältnis für die Zeitkapsel ausgesucht. Ist das erledigt, werden Fragen gestellt, zu denen man Songs auswählen soll. Im Anschluss wird die Playlist basierend auf den Angaben zugeschnitten und „eingeschlossen".
Spotify hat verstanden, dass man mit solchen Aktionen auch auf Social-Media gekonnt platziert wird. Zum Beispiel durch das Teilen von Usern der grafisch großartig dargestellten Rückblicke oder Aktionen. (Für mich hieß es beim Rückblick aus 2022, ich sei „vielschichtig wie eine Zwiebel" – fand ich großartig.)
Die Zeitkapsel ist mal wieder etwas Neues und auch hier ist die Darstellung der einzelnen Slides modern, jung, ansprechend, originell, cool... ich könnte noch endlos aufzählen...
Dass ich sie erst in einem Jahr öffnen kann, wird mich aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahr 2024 als Überraschung abholen, weil ich vergessen haben werde, diese Playlist erstellt zu haben. Da ich so vielschichtig wie eine Zwiebel bin, höre ich bis dahin vermutlich wieder etwas andere Musik und darf dann in Erinnerungen an diese Zeit schwelgen. Für mich persönlich eine schöne Sache. Denn die meisten Erinnerungen werden in meinem Kopf hervorgerufen, wenn ich einen Song höre, den ich mit einer Lebensphase, Personen oder einem Moment verbinde.
Spotify, ihr wisst, wie es geht. Und wer wissen will, wie Spotify es bis hierhin geschafft hat, dem empfehle ich noch mal die eingangs angesprochene Serienverfilmung auf Netflix.