Shaq O'Deal – warum Shaquille O'Neal perfekt zu Klarna passt
Wer passt besser zu Klarna als Shaquille O'Deal? Ja, richtig gelesen. Für den Werbedeal mit der Bezahl-App hat sich der ehemalige NBA-Star sogar „umbenannt" – natürlich nur für den Spot. Und seine sportlichen Erfolge sind auch gar nicht das, was ihn für die Kampagne mit Klarna als Testimonial qualifiziert, sondern seine zahlreichen cleveren Investments. Mit kleinen Spots wird das Kampagnen-Motto unterstrichen: „Choose Klarna to save big". Auch das passt perfekt. Ich hatte mal die Chance, neben einem Schuh von Shaq Attaq zu stehen, ich weiß also, wovon ich rede.
Viele Komplimente, aber eine kleine Anmerkung: Schon auf der Grabrede von Kobe Bryant hatte ich ernsthafte Probleme, auch nur ein Wort von Shaq zu verstehen, das hat sich in den Spots fortgesetzt, können auch meine Grenzen sein.
Und dann noch der Verweis auf die OOH-Kampagne. O'Neal ist in den USA sicherlich bekannter als in Deutschland, dennoch: Ihm ist die Aufmerksamkeit der Passanten auf der Riesenfläche in Berlin garantiert.
Spot top, Ad flop – Mercedes mit Antonio Banderas
Mercedes hat mich in letzter Zeit oft überzeugt – bei der Werbung, aber auch mit der Optik und Entwicklung der Modelle. Deshalb hatte W&V meine Aufmerksamkeit mit der Headline: „Mercedes mit neuen Testimonials". Antonio Banderas und seine Tochter Stella spielen im neuen Clip die Hauptrolle. Schon jetzt kann dieser nicht verlieren, zu cool finde ich Banderas. Und so ist es dann auch, unterlegt mit dem Song „Daddy Cool" fährt er das Auto, das auf seine Tochter „programmiert" ist, spazieren. Von Maniküre bis zur Lieblingsdisco erlebt er so einen Tag „in her shoes". Gut und witzig umgesetzt, zeigt Mercedes so, was die Autos mittlerweile im Bereich der Digitalisierung und Personalisierung alles können.
Was allerdings nicht geht, ist, mit einer Print-Anzeige 1:1 als Fullscreen-Display auch online zu werben. Ob der Fehler bei Mercedes oder W&V liegt, vermag ich nicht zu sagen – am Ende ist es eh immer die Agentur Schuld (*grins). Fakt ist, den Text kann kein User lesen.
Immer mit der Ruhe! – Vodafones langsamster Marathonläufer
Ein Spot wie gemacht für mich. Ich bin für den Köln-Marathon angemeldet. Und es wird zum wiederholten Male beim „angemeldet sein" bleiben. Und das nervt mich. Wäre ich ihn gelaufen, dann wahrscheinlich ultra-langsam. Und genau das Thema greift Vodafone auf und macht den langsamsten Marathonläufer aller Zeiten zum Superstar.
Witzig produziert, ist der Spot kurzweilig und bringt einem zum Schmunzeln. Beworben wird übrigens das GigaDepot von Vodafone, das es dem Läufer erlaubt, stundenlang zu streamen.
Fernab von Nikes „Winning isn't for everyone" eine sympathische Kampagne, die thematisch super passt. Vielleicht sollte ich mir ein Beispiel nehmen und einfach loslaufen, ist doch eh egal, wann ich ins Ziel komme.
Oh nein, oh bitte nicht ... – Edeka holt Blümchen zurück
Ja, ich gebe zu, Blümchen war vor 20 Jahren ein Ding für mich. Ich bin zu ihrer Musik aufgetreten in der Grundschule und fand die vielen bunten Zöpfe ganz toll. ABER: Die Werbung für Edeka, die „Herz an Herz" neu auflegt und Blümchen damit zurückholt, erinnert mich mehr an den Fremdscham-Wendler, statt mich in Nostalgie zu versetzen.
„Qualität, wunderbar, Edeka"? Hat ChatGPT hier keine anderen Optionen ausgespuckt? Man könnte denken, in der Einfachheit liegt die Magie, aber in mir löst es den Gedanken aus, gar nicht lange nachgedacht zu haben. „Herz an Herz im Regal, schmeckt total phänomenal" ... und klingt super cringe. Aber vielleicht bin das nur ich?
Der Beat geht aber gut nach vorne und von der Original-Fassung könnte ich mir ein neuaufgelegtes Remake gut vorstellen. Nur bitte nicht mit dem Edeka-Text ... BITTE!
Techniker Krankenkasse – „Ich bin nicht mein/e ..."
Sehen, hören, fühlen. Zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung liegt irgendwo unsere ganz eigene Mitte. Ein Ich-Gefühl, das mal mehr und mal weniger zu greifen ist. Nicht nur äußere Einflüsse spielen dabei eine Rolle, auch die Päckchen, die wir im Leben zu tragen haben, machen einen großen Teil unseres Ich-Gefühls aus. Diese Päckchen können sichtbar und unsichtbar für andere sein. Die Techniker Krankenkasse hat in ihrem neuen Werbespot genau diese Themen aufgegriffen und beschreibt Laster, die uns zwar in unserem täglichen Sein beeinflussen, uns aber nicht vollständig ausmachen.
„Ich bin nicht mein/e ..." zeigt verschiedene Momente. Zum Bericht bei W&V
AOK 2.0 – nach den Regelschmerzen jetzt der Rücken
In unserer letzten Ausgabe des NewsSnacks ging es um den Werbeclip der AOK zum Thema Regelschmerzen. In dieser Ausgabe: der Rücken.
Auf humorvolle Weise stellt die AOK durch verschiedene Alltagssituationen dar, wie wichtig ein starker Rücken ist. Lieder kann ich darüber singen, wie doll es manchmal an allen Ecken und Enden knackt. Besonders eine falsche Haltung, schiefes Sitzen oder die ein oder andere schwungvolle Bewegung können gleich ein ganzes System im Körper lahmlegen.
Die Lösung: der AOK-Rückentrainer. Den Rücken stärken mit Übungen, die zu Hause durchgeführt werden können? Einfacher geht es schon gar nicht. So stolz wie Kaspars Frau auf ihn ist, bin ich auf die AOK. Zwei Daumen nach oben für eine gut durchdachte und schön umgesetzte Gesundheitskampagne. Ob man noch etwas in Bezug auf Geist statt Körper sehen wird? Ich würde es mir wünschen und warte gespannt!
Lass Dich überraschen! – drei Geschichten über Personalisierung und Liebe
Bei der Newsletter-Recherche stolpere ich über drei Geschichten, die es – zumindest für mich – alle nicht wert waren, einzeln aufbereitet zu werden. Aber in der Kombination der Lektüre haben sie in mir etwas aufgemacht, das unaufhaltsam ist, aber die Menschen aus meiner Sicht etwas Essenzielles vergessen lässt.
Fangen wir aber vorne an. In Artikel eins lese ich, wie Samsung den Galaxy-Ring zum Gadget der Gen-Z machen will. Herzfrequenz, Schlaf, Stresslevel: Er behält Dein Wohlbefinden rund um die Uhr im Blick. Oder Du hast einfach selbst ein Auge auf Dich und brauchst dafür keinen Ring, der eigentlich nur Daten an Samsung übermittelt, um Dir im Zweifel mehr News und mehr Werbung aus Deiner Blase anzuzeigen.
Darum geht es. Deine Blase, Deine Themen, Dein Wohlbefinden: Alles ist komplett personalisiert darauf ausgerichtet. So lese ich im zweiten Artikel mit dem Titel: „Personalisiertes Marketing: 3 Dinge, die KI perfekt beherrscht". Yes, das beherrscht die KI perfekt. Genauso wie Dating-Apps es perfekt beherrschen, Dir nur Menschen anzuzeigen, die zu Deinem Suchprofil passen. Das Problem ist nur, glücklich macht das auch nicht. So steht es zumindest im dritten Artikel: „Wo bleibt die Liebe?"
Und ich glaube das auch. Denn was haben alle Storys gemeinsam? Es fehlen die Überraschungen. Vielleicht solltest Du mal beim Laufen über Deine Grenze gehen, um genau diese zu verschieben, auch wenn der Ring was anderes sagt. Und ganz bestimmt solltest Du mal Geschichten lesen, die nicht auf Dich personalisiert sind. Wie sollst Du sonst einen Perspektivwechsel schaffen, die andere Seite verstehen und auch mal ganz neue Sichtweisen kennenlernen. Zur Not holst Du Dir einfach eine Bestätigung, dass Du Recht hast mit Deiner Denke.
Und nun zur Liebe! Ich bin kein Therapeut und wahrlich auch nicht der beste Ratgeber. Aber wir schließen doch in Apps durch Oberflächlichkeiten, die in einer tiefen Liebe gar keine Rolle spielen, mögliche, perfekte Partner direkt aus, nur weil uns wichtig ist, dass er/sie auch Kaffee-Liebhaber ist. In den letzten 23 Jahren meiner Beziehung/Ehe bin ich ein anderer Mensch geworden. Da ist meine Wandlung vom Kaffee-Hasser zum Kaffee-Liebhaber das kleinste Thema. Denk mal drüber nach und lass Dich mal wieder überraschen: Von Nachrichten, von Gefühlen und vor allem von Dir!
The Revived – ein KI-Werbespot über verstorbene ukrainische Athleten
Nicht nur emotional aufgeladen, sondern auch mit absoluter Meisterleistung umgesetzt: „The Revived".
Vor einem Monat passend zu Olympia hochgeladen, binnen 11 Tagen mit KI und absoluten Nachbearbeitungs-Profis umgesetzt. Der Spot basiert auf echten Geschichten von verstorbenen ukrainischen Athleten. Wäre KI hier nicht zum Einsatz gekommen, wäre der Aufwand zu groß und der Zeitrahmen von 11 Tagen nicht einzuhalten gewesen.
„Der Entstehungsprozess von ‚The Revived' klingt aufwendig, ist aber letztlich wesentlich schneller und effizienter, als einen Realfilm-Dreh zu organisieren, der mit großem zeitlichen Engagement und hoher Reisetätigkeit verbunden ist", schreibt Horizont.
Die deutsche Produktionsfirma Tektite hat den Film umgesetzt bzw. von KI umsetzen lassen und bei dem Prozess die Regie übernommen. Zum Horizont-Artikel
Starke Message, starke Umsetzung, zwei Daumen nach oben und einen riesigen Haufen Respekt!