Ratgeber · Wissen
Print oder Online? So verteilst du dein Werbebudget richtig
Von Marco Morinello, Gründer der 923b

Die Frage „Print oder Online" ist die falsche Frage. Die richtige lautet: Welcher Media-Mix erreicht meine Zielgruppe am effizientesten? In den meisten Fällen gewinnt Crossmedia – die Kombination aus reichweitenstarken digitalen Kanälen (Social, Online, DOOH) mit gezielten physischen Touchpoints. Kleine Print-Anzeigen allein wirken kaum; ein durchdachter Mix mit mindestens einem digitalen Touchpoint schon.
Warum „nur Print" heute selten aufgeht
Ich sag das als jemand, der Print liebt: Eine einzelne kleine Anzeige irgendwo hinten im Blatt ist rausgeworfenes Geld. Zu klein, zu leicht zu übersehen, zu wenig Wirkung. Wenn Print, dann groß genug, um wahrgenommen zu werden – oder gar nicht. Und selbst dann gehört heute ein digitaler Partner dazu, der die Botschaft verlängert. Print schafft Vertrauen und lokale Präsenz. Aber Reichweite und messbare Wirkung kommen 2026 aus dem Digitalen. Das ist keine Meinung, das ist Mathematik.
Die Stärken der Kanäle – ehrlich sortiert
- Social Media (Meta, TikTok, LinkedIn): beste Zielgruppen-Steuerung, messbar bis auf die einzelne Bewerbung oder Anfrage. Mein Standard-Startpunkt für die meisten Mittelständler.
- Online / Display / Search: holt die Leute ab, die aktiv suchen. Google ist teuer geworden – und je teurer Google wird, desto attraktiver werden die anderen Kanäle im Vergleich.
- OOH / DOOH (Plakat & digitale Screens): mein Lieblingsthema. Riesige Aufmerksamkeit, Markenaufbau, lokale Dominanz. Digital ausgespielt (DOOH) heute sogar tageszeit- und kontextgenau steuerbar. Ich glaube fest an diesen Kanal – wenn Idee, Creative, Standort und Zielgruppe zusammenpassen.
- Print: Vertrauen, Haptik, lokale Verankerung, ältere Zielgruppen. Stark – aber nur im richtigen Format und selten allein.
Die goldene Regel: Crossmedia schlägt Einzelkanal
Hier ist die wichtigste Lektion aus zwanzig Jahren Media: Ein Kanal, der auf einen zweiten einzahlt, wirkt stärker als die Summe seiner Teile. Der Mensch, der dein Plakat gesehen hat und danach deine Anzeige im Feed, erinnert sich besser und vertraut mehr. Ein Touchpoint allein verpufft. Zwei, die zusammenspielen, bleiben hängen. Deshalb baue ich fast jede Empfehlung als Mix – mit mindestens einem digitalen Anker, der die Wirkung messbar macht.
Wie du dein Budget aufteilst (ein pragmatischer Startpunkt)
Es gibt keine Formel, die für alle passt – aber eine gute Orientierung für einen lokalen Mittelständler, der auffallen will:
- Das Fundament digital. Der Großteil des Budgets dorthin, wo du messen und steuern kannst – Social und Online. Hier siehst du sofort, was funktioniert.
- Ein Reichweiten-Verstärker. Ein starker Sichtbarkeits-Kanal für die Marke – DOOH oder ein großes Print-Format, je nach Zielgruppe.
- Immer messbar halten. Jede Kampagne braucht einen digitalen Touchpoint, an dem du Wirkung ablesen kannst. Ohne Messung fliegst du blind – und blind bucht keiner gern.
FAQ
Häufige Fragen
Lohnt sich Print 2026 überhaupt noch?+
Ja – aber gezielt. Für lokale Verankerung, Vertrauen und bestimmte Zielgruppen ist Print stark. Entscheidend sind das Format (groß genug, um zu wirken) und die Kombination mit einem digitalen Kanal. Kleine Einzelanzeigen dagegen lohnen sich kaum.
Was ist DOOH?+
DOOH steht für Digital-out-of-Home – digitale Werbeflächen im öffentlichen Raum, etwa Screens an Bahnhöfen, in Einkaufszentren oder an Straßen. Anders als klassisches Plakat lässt sich DOOH nach Tageszeit, Ort und Kontext aussteuern.
Wie viel Budget brauche ich für Werbung?+
Das hängt von Ziel und Markt ab. Wichtiger als die absolute Höhe ist, dass du nicht mehrere Kanäle halbherzig bespielst, sondern lieber wenige richtig. Ein fokussierter Mix schlägt Streuung.
Kann ich nicht einfach nur Social Media machen?+
Für viele kleinere Ziele ja. Aber wer eine Marke aufbauen und lokal dominieren will, profitiert vom Zusammenspiel mit einem reichweitenstarken Sichtbarkeits-Kanal. Crossmedia wirkt nachweislich besser als Einzelkanal.
Mein Rat zum Schluss
Hör auf, in „Print gegen Online" zu denken. Denk in Zielgruppen und Wirkung. Wo ist dein Kunde, in welchem Moment, mit welcher Botschaft erreichst du ihn – und wie misst du, ob es klappt? Beantworte das, und die Kanalfrage beantwortet sich fast von selbst.
Und wenn du deinen Media-Mix mal von jemandem durchrechnen lassen willst, der beide Welten kennt – Verlag und Digital: Meld dich. Ich hab das schon von beiden Seiten des Tisches gemacht.
Lass uns reden
Kein Bock mehr auf Theorie?
Lass uns über dein Marketing sprechen – unverbindlich, ehrlich und mit einem konkreten ersten Schritt.
Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags · unverbindlich & ehrlich