Kampagnensalat Telekom: Jubel geht anders
Ich traue mich ja fast gar nicht, es zu schreiben: Aber so gut das Vorhaben der Deutschen Telekom war, die Europameisterschaft im eigenen Land zu nutzen, um den Menschen das Thema Glasfaser näherzubringen, so schlecht ist die Umsetzung. Nicht mal die Idee – auch die ist gut –, aber der Part der jubelnden Menschen geht so nach hinten los, wie aktuell die Pressekonferenzen von Thomas Tuchel.
Kurz und knapp: Mit Glasfaser – Public Viewing, jubelnde Menschen, volle Kneipen. Ohne Glasfaser – gähnende Leere, keine Stimmung. Passt. Aber bitte schaut Euch mal das Video an. Wäre der Spot nicht umgesetzt vom vielfach ausgezeichneten Werbefilmregisseur Andreas Nilsson, ich hätte gedacht, die ersten Versionen eines KI-Programms wären verantwortlich. Das verstört mich völlig. Zum Spot
Übrigens: Fußball, Emotionen, Jubel und das in ureigenster Form habe ich am Samstag beim 1. FC Köln gegen den VfL Bochum erlebt. Und einfach wieder verstanden, warum man 100-mal ins Stadion muss, um nur ein einziges Mal diesen Moment zu erleben: Weil es sich eben lohnt! Unvergessliche Sekunden, die ein Leben bleiben.
Kampagnensalat: Abnehmen? So nicht!
Wahrscheinlich sind genau solche Anzeigen der Grund dafür, warum einige Menschen behaupten, LinkedIn ist das neue Facebook. Du schnappst Dir einen offensichtlich fitten, jungen Mann, durchtrainierte Oberarme, dünne Beine, steckst ihm ein Kissen unters Polohemd und lässt ihn auf seinen „Bauch" schauen, als halte er ein Baby in der Hand. Fertig ist die schlechteste Anzeige der Woche! Und die wird noch schlechter, indem Du auf der Webseite siehst, dass sich der vermeintliche Coach selber das Kissen unters Shirt gesteckt hat. Kleiner Tipp: Da liegen doch einige Vorher/Nachher-Beispiele auf der Seite, die ziehen immer – zumindest bei den Menschen, die an den Spuk glauben.
Kampagnensalat Hyundai: Prüfung bestanden!
Wie mache ich den perfekten Werbefilm für ein Thema, das in der Bevölkerung eher skeptisch gesehen wird? Frag mal nach bei Hyundai und Jung von Matt. In dem neuen Spot zum autonomen Fahren schaffen es die Kreativen, Ängste zu nehmen, Vertrauen aufzubauen und vor allem noch eine hoch emotionale Ebene einzubauen. Der Zuschauer wird direkt gepackt von der Geschichte der jungen Pearl, die durch ihre Sehbeeinträchtigung immer auf andere Menschen angewiesen ist. Da ist sie eine von 5 Mio. in den USA, für die autonomes Fahren ein enormer Gewinn an Freiheit wäre.
Und wie schaffe ich Vertrauen? Indem ich die strengste Prüferin mit einer Durchfallquote von 90 % nehme und sie den Hyundai Ioniq 5 als Robotaxi auf Herz und Nieren prüfen lasse in einer „echten" Führerscheinprüfung. Die Geschichte ist rund erzählt, das Auto bekommt den Führerschein mit der perfekten Punktezahl, alle sind glücklich, Pearl hat ein Stück Freiheit und ich ein bisschen Gänsehaut. Ich mag so Spots, ist halt so ...
Übrigens: Ich würde ohne Bedenken dort einsteigen. Es gibt keine größere Gefahr als einen Menschen im Straßenverkehr. Zum Spot
Kampagnensalat Aldi: Ach du dicke Kartoffel
Ich bin zu alt für diesen Scheiß ...
Ohne den Text auf Horizont zu lesen, habe ich mir erst einmal das Video angeschaut, in dem Alexander Marcus den Song „Patata" zum Besten gibt, ein Remake seines Klassikers „Papaya" aus dem Jahre 2007, gesungen für den neuen Spot von Aldi Nord. Zum Video
Grauenhaft. Alles ganz schlimm. Doch damit stehe ich wohl alleine da, wenn ich mir den Text durchlese. Das Netz feiert das Video, 3,3 Mio. Views auf TikTok und die wichtigste Frage: Wann startet Aldi Nord mit dem Verkauf des Anzugs. Ich lasse das alles mal so stehen, schaut es Euch an und beantwortet Euch die Frage selber: Top oder Flop der Woche! (zum Artikel bei Horizont)