Messi und der andere Typ
Gemeinsame Adidas-Kampagne von Messi und Bad Bunny: Wer? Bad Bunny? Anders als 62,6 Mio. Hörer auf Spotify habe ich ihn noch nie gehört. Aber scheint ja ein Ding zu sein, der Sänger aus Puerto Rico, der mit acht Posts 46 Mio. Follower auf Instagram erreicht. Respekt! Um davon – und natürlich von 504 Mio. Messi-Followern – zu profitieren, hat Adidas die beiden Superstars vereint. Das Ergebnis: Ein Spot, der mich wieder bekommt. Ich muss mal an mir arbeiten. Bisschen heroische Musik, paar emotionale Bilder und schon hat man mich – das ist zu einfach, Morinello!
Die Idee hinter dem Clip: Messi und Bad Bunny (Ist der Name jetzt mega oder scheiße? Ich weiß es noch nicht.) lesen sich gegenseitig Liebesbekundungen ihrer Fans vor. Das ist ja mal ein nettes Kontrastprogramm zu den gefühlt Millionen von Hasskommentaren, über die normalerweise berichtet wird und die die Social-Media-Kanäle durchsetzen wie pures Gift. Die Marke mit den drei Streifen bekämpft also Licht mit Dunkelheit: Finde ich gut, machen wir in der 923b täglich!
Lidl: Gut & Günstig? JA!
Besessen vom teuersten Preis kauft ein Familienvater überall, nur nicht bei Lidl. An dem Punkt kommt Dr. Günstig ins Spiel und unterzieht den Familienvater einem Exorzismus. Statt biblischen Versen lässt er die Niedrigpreis-Versprechen als Segen auf ihn herab und bekämpft den bösen Hochpreis-Dämon.
Bei Sekunde 00:18 erfreue ich mich über ein kostenloses Easter-Egg zu Halloween, denn auf einem Eisbecher eines deutlich zu erkennenden Mitbewerbers steht statt „gut & günstig" „alt & happig".
„Besessen von hohen Preisen? Wir helfen gerne. Lidl lohnt sich." bekommt einen Daumen nach oben von mir. Die Idee ist gut, die Umsetzung ist passend, es gibt den nötigen Cringe-Discount-Vibe und auch sonst ist die Kampagne eine runde Sache. Noch viel entscheidender aber: Die Community feiert den Spot!
„Der 90-Sekünder hat dank seiner kreativen Umsetzung auf Youtube in Rekordzeit sein Publikum gefunden. In nur vier Tagen wurde das Video seit seiner Freischaltung schon 1,7 Millionen Mal gesehen – das ist für eine Werbebotschaft zum vergleichsweise trockenen Thema Preise ein beeindruckendes Resultat", berichtet Horizont.
Xing: Nicht suchen, finden!
„Finde den Job, von dem Du gar nicht wusstest, dass Du ihn suchst." Gefällt mir. Aus mehreren Gründen. Erstens trifft der Satz genau den Kern des neuen Xing-Tools, mit dem man endlich einen Job finden soll, der zu einem passt. Und zweitens hatte ich diese Idee mal fürs Reisen. Du suchst nicht nach einem ganz bestimmten Ort, sondern tippst einfach ein, was Du im Urlaub brauchst. Also bei mir: bisschen Meer, viel Sonne, aber auch Sehenswürdigkeiten, Großstädte in der Nähe wären auch super, aber mir ist komplett egal, ob es dann Spanien oder Italien ist. Also hat Xing bei mir einen Treffer gelandet. Der passende Clip ist schnell geschnitten, macht neugierig und erklärt gut. So viel Lob für eine Plattform, die ich schon lange meide.
Zum Spot auf YouTube · Zum Bericht bei Horizont
Kommen wir mal zum Ergebnis von Smart Search, der – das muss man fairerweise schreiben – Beta-Version!
Also das ist alles andere als Smart. Vielleicht habe ich mit meiner Suchanfrage auch etwas übertrieben, aber es gibt ja durchaus Menschen, die keinen Kontakt zu anderen haben möchten. Oder als erster Job dann unbedingt Telefonberater infrage kommt, ich weiß es nicht.
Aber wie gesagt, Beta-Version, andere Suchanfragen haben auch besser geklappt, ich möchte nicht böse sein. Werde das sehr genau beobachten …
KI-Corner: Phelps in Bewegung
Morgens, wenn viele noch schlafen, scrolle ich oft durch Instagram und schaue, was so passiert ist. Mein Feed ist dann voller US-Sport. Und so bleibe ich beim Post der NBA zu Michael Phelps hängen. Aber nicht, weil mich die Phoenix Suns (Bulls forever) oder der Rekordschwimmer besonders interessieren, sondern weil ich im Carousel sehe, dass mit einem KI-Tool (ich tippe auf Kling oder Runway) aus dem Bild automatisch ein kleines Video erstellt wurde.
Ich dachte mir, schau mal in die Kommentare, was die User so dazu sagen. Nach dem Motto: 3 … 2 … 1 … Feuer frei. Aber: gar nichts! Null. Es fällt keinem auf. Es ist normal. Ich denke, wir werden in Zukunft extrem viele Reels sehen, die aus Fotos generiert werden. Kurze Clips bekommen mehr Reichweite als einfache Fotos, das Erstellen ist kinderleicht.
Na dann, lass die KI-Video-Spiele beginnen!
Beilagenteller: (Fehl-)Entscheidungen
Diese Woche liegen da so ein paar Themen im Posteingang, die es allein nicht in den Snack geschafft haben. Dennoch starte ich mal den Versuch, ein paar kleine Happen auf den Beilagenteller zu packen.
SearchGPT wächst um 150 % in einem Monat, Perplexity um 22 %. Droht da etwa Gefahr für Google? Nein, noch lange nicht. Wenn es richtig gut läuft, soll SearchGPT mittelfristig einen Anteil von 1 % erreichen. Glückwunsch Google! Ihr seid wirklich weit voraus. (Quelle: Meedia)
Wo wir gerade bei Perplexity sind. Die haben Ärger mit der New York Post und dem Wall Street Journal. Es geht natürlich um die Inhalte, an denen sich Perplexity „illegal" bedient. Die wehren sich, aus meiner Sicht erst der Anfang. (Quelle: Meedia)
Was treiben so die Verlage in Deutschland? Auf jeden Fall scheinen die Ideen für Lokaljournalismus zu fehlen bzw. die Fantasie diesen zu finanzieren. Denn jetzt geht die Süddeutsche einen Schritt, den viele bereits gegangen sind: Sie kürzt die Regionalteile. (Quelle: kress)
Ich habe dazu eine steile These. Würden sich die Verantwortlichen von regionalen Tageszeitungen intensiv mit den Entwicklungen im Bereich KI auseinandersetzen, gäbe es Möglichkeiten, besseren, multimedialen, hyperlokalen Content zu erstellen, ohne dabei mehr Kosten zu produzieren. Den Beweis trete ich auch gerne an und arbeite an Lösungen. Wenn ein Verlag Lust hat, das umzusetzen, kann er sich gerne melden.
Gemeldet hätte sich Dienstagabend bei den DFB-Pokalspielen öfter mal der VAR, aber er wird in der 2. Runde noch nicht eingesetzt. Gut für Lautern, die einen Elfmeter bekommen, der keiner war. Noch besser für meinen FC, denn Kiel schießt ein Tor nach einem „angeblichen" Foul an Ljubicic. Das Verrückte: In der neuen Welt mit VAR lässt der Schiedsrichter weiterlaufen, gibt das Tor, schaut sich dann die Szene an und revidiert sie nicht. Könnte aber auch ganz anders laufen, denn mit VAR hätte Kiel zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt gespielt. Meine Erkenntnis: Es macht mehr Spaß, sich ohne VAR aufzuregen.
Die Entscheider des Ballon d'Or haben keinen VAR gebraucht, um sich gegen Vinicius Jr. und für Rodri zu entscheiden. Halleluja, was eine Top-Entscheidung, die durch das Fernbleiben der Real-Delegation nur bestätigt wurde. Gebt den ruhigen Menschen, die einfach beständig Leistung bringen, ihre Anerkennung, die sie verdienen!
Ich hoffe, es war für jeden etwas dabei auf dem Beilagenteller …