NewsSnack-Archiv · 2023

NewsSnack KW 48/2023 – Ford x Zara, fritz-kolapause, Google gegen Apple und das TikTok-Game

Von Marco Morinello · NewsSnack-Archiv · 2023

Aus dem Archiv Diese Ausgabe stammt aus meinem wöchentlichen Marketing-Newsletter NewsSnack. Hier findest du meine Beobachtungen aus KW 48/2023 – von der Ford-x-Zara-Kooperation über fritz-kolas „Kolapause" bis zu Googles selbstbewusstem Weihnachtsspot gegen Apple und der KI-Corner zwischen Gas und Bremse.

Kampagnensalat: Ford x Zara

Erinnert ihr euch an meinen Post zu Fords Garage in St. Petersburg? Der ganze Laden eine Hommage an die Kultmarke Ford. Meine Frage damals: Warum gibt es das nicht in Köln? Nein, gibt es immer noch nicht, aber dafür eine Kooperation mit der Modemarke Zara. Und was soll ich sagen: Ich finde, die Ford-Mustang-Kollektion hat was, das Model passt perfekt und vor allem die Bomberjacke hat Potenzial auf Kultstatus. Jetzt muss ich dazu sagen, ich habe wirklich wenig Ahnung von Mode. Bin deshalb auch wirklich froh, dass sich Charles um unsere grndios-Kollektionen kümmert. Wo wir gerade bei dem Thema sind: Da kommt was im neuen Jahr. Ihr könnt euch schon einmal freuen.

Kampagnensalat: Kolapause statt Kaufrausch!

Eigentlich ein Text für Charles, sie ist großer fritz-kola-Fan. Aber irgendwie ist mir der Instagram-Post in den Schoß gefallen, also schreibe ich auch dazu. Während die ganze Welt an Black Friday und Cyber Monday mit Deals und Rabatten um sich schlägt, zieht fritz die Handbremse, macht einen U-Turn und ruft auf zu „Kolapause" statt „Kaufrausch". Die Menschen sollen ihre Aufmerksamkeit lieber den wichtigen Dingen schenken, anstatt Schnäppchen hinterherzulaufen. Dabei werden zwei Spendenprojekte von befreundeten Initiativen vorgestellt. Wichtige und schlaue Gedanken, die vor allem zu einem führen: Aufmerksamkeit für fritz. 1.248 Likes und 17 Kommentare gibt es als Dank für die Aktion. Ich schließe mich den letzten Worten im Post an: Konsum macht nicht glücklich, Gutes tun schon. Einfach grndios!

Kampagnensalat: Google vs. Apple – Wunsch vs. Realität

„Can Santa give me a bunch of Google engineers?" Diese Frage stellt das iPhone von Apple im neuesten Spot von Google – und zwar keinem Geringeren als seinem Widersacher, dem Google-Pixel-Smartphone. Wir hatten schon einmal eine ganze Serie von Google-Spots, die den Wettbewerber aufs Korn nehmen. Dieses Weihnachtsvideo reiht sich gnadenlos ein und erfreut mein Marketing-Herz. Hatten wir nicht letzte Woche den Artikel: Trend zur Ängstlichkeit? Google hat keine Angst. Mit Wortwitz und den eigenen Vorteilen im Gepäck wird das iPhone wie ein kleines Kind dargestellt, das sich vom Weihnachtsmann all das wünscht, was das Google-Smartphone schon lange hat – und dafür nur eine Truppe von Google-Entwicklern brauchte, keinen Wunschzettel. In Deutschland undenkbar, ich finde es großartig. Und während ich das so schreibe, stelle ich mir die Frage, warum ich mir nie ein Google-Smartphone kaufen würde …

Kampagnensalat: TikTok rulez! – der pinke Burger

„Hey Papa, ich fahr in die Stadt. Ich möchte mal den pinken Burger probieren." Pinker Burger? Noch nie von gehört. Da werde ich neugierig und frage mal nach, wie mein Sohn denn davon erfahren hat. TikTok und Instagram ist seine Antwort. Aber nicht über den Account des Ladens selber, sondern von einem Tester, der den Burger bewertet hat und selber eine große Anzahl an Followern hat. Ergebnis: Der Laden ist voll. Übrigens: Genau so war es vor ein paar Wochen beim Sucuk-Döner. Waren es früher die guten Kontakte zur Zeitung oder das Marketing-Budget, die über Erfolg und Misserfolg entschieden haben, zählt heute nur eins: Verstehst du das TikTok-Game oder nicht!

Kampagnensalat: Suzuki – falsch abgebogen

Suzuki macht jetzt Pommes, Reispfannen bzw. betreibt Restaurants. Ach nein, sie wollen Autos verkaufen, deshalb das kleine Bild vom Vitara Hybrid. Ich verstehe es nicht. Du hast im Feed-Post bei Instagram ein Visual mit 1080 × 1080 px. Das ist nicht besonders groß: ein starkes Bild, eine Headline, das war es auch schon. Suzuki entscheidet sich für zwei Bilder, wovon das Bild aus dem Restaurant aus meiner Sicht keinen Impact hat – oder ich verstehe es nicht, in beiden Fällen ist es schlecht. Dazu stehen wirklich alle Angaben zum Finanzierungsbeispiel auf dem Visual. Puh … Gerade bei Werbung für Autos müssen viele Angaben gemacht werden, das ist gesetzlich so vorgegeben, aber alles auf dem Visual? Als ich mir die Frage noch stelle, merke ich, dass der Instagram-Algorithmus funktioniert und ich nur noch Auto-Anzeigen sehe. KEINE hat die Angaben auf dem Visual, alle Wettbewerber packen diese in die Caption. Thema Caption: Eine Tiny-URL in die Instagram-Caption? Warum? Sie ist nicht klickbar, und der Call-to-Action-Button „weitere Infos" ist schon integriert.

Hey Suzuki, dürfen wir mal machen?

KI-Corner: Gas oder Bremse?

„Speed. Faster than fast, quicker than quick. I am Lightning."

Ich habe die Cars-Filme geliebt und ich liebe Tempo sowie Schnelligkeit in allen Bereichen des Lebens – lustigerweise nur auf der Straße nicht, wenn ich am Steuer sitze. Aber vor allem beim Treiben von Themen kann ich nicht gut mit Bremsen umgehen. Eine Diskussion bewegt gerade das Büro und die Gemüter: Sollte bei der rasanten Entwicklung im Bereich KI mal jemand auf die Bremse treten? Wann kommen Regulierungen und was bedeuten diese für die Weiterentwicklung? Fakt ist: Die Fake-News-Ausmaße der Gegenwart möchte keiner. Oder wie ist deine Meinung zum Scholz-KI-Video? Wer kann heutzutage noch wissen, was echt ist oder nicht? Jubelszenen von Ultras mit Pyro werden als Kriegsvideos verkauft, und Millionen glauben das, kommentieren, teilen und hetzen. Verrückt!

Dabei gibt es auch positive Seiten: Zumindest für die Neugierigen, die Menschen, die sich täglich mit Bildern, Videos und Texten auseinandersetzen, bietet die Entwicklung so viele Chancen. Ohne ChatGPT und DeepL könnten wir unseren Kunden SEASALT in Florida gar nicht bedienen. Und wenn ich mir das Video von Jens Polomski zum Thema „KI-Bilder in Echtzeit" anschaue, kann ich nur erahnen, was die kommenden Wochen und Monate auf uns zukommt. Noch blicke ich optimistisch in die Zukunft. Mal sehen, wann ich den ersten Artikel im NewsSnack schreibe, bei dem ich es nicht mehr bin. Dann sende ich einen Hilferuf an alle, die noch die Bremse treten können.

Archiv-Ausgabe des NewsSnack von Marco Morinello, ursprünglich erschienen 2023. Meinung und Wortlaut sind bewusst unverändert übernommen.