Ambient: Dom Kölsch auf den Aufzugtüren
Über Werbung auf Aufzugtüren kann ich einen Roman schreiben. Schließlich habe ich vier Jahre gemeinsam mit Schindler nichts anderes gemacht. Unser Hauptziel dabei war immer die Digitalisierung der Werbefläche, aber die Top-Vorteile gelten auch für das analoge Bekleben: Wartezeit, uneingeschränkte Aufmerksamkeit, mit dem Umfeld spielen. Ein perfektes Beispiel dafür habe ich am Sonntag beim REWE Final4 in der LANXESS arena gesehen. Hier wirbt Dom Kölsch mit zwei Biergläsern auf den Türen, direkt neben den Theken im Gastro-Bereich. Die Menschen in den Pausen haben Durst, Aufmerksamkeit und Lust auf ein kaltes Kölsch sind garantiert. Den Slogan „Liebe auf den ersten Schluck" habe ich schon einmal im NewsSnack abgefeiert. Zwei Daumen hoch!
Eurowings: „Cup-itän" – schöner Spruch, passt nur nicht
Eurowings braucht bald wie Adidas eine eigene Rubrik in unserem NewsSnack, so oft ist die Fluggesellschaft schon zu Gast gewesen. Dieses Mal mit einem Spruch auf den Bechern an Bord: „Hier bist du der Cup-itän" steht auf den Pappbechern, wenn man sich einen Tee bestellt. Der Spruch ist ganz gut, passt nur nicht. Mit mir als Cup-itän wäre die Maschine nicht nach dem ersten harten Aufsetzen wieder durchgestartet. Auf Englisch funktioniert der Satz aber gar nicht mehr: „You're the Cup-tain here." Aber hey, ist international, muss drauf, wen juckt's dann schon, dass es nicht passt? Mich!
OOH: Ein Banner mit Kabelbindern – ernsthaft?
Nenne mir Top-Standorte in Köln, um Außenwerbung zu machen. Die Kreuzung in der Nähe der LANXESS arena, direkt am Odysseum, vor McDonald's und Polizeipräsidium ist mit Sicherheit dabei. Hier stehen tausende Autos täglich im Stau, auch wenn kein Groß-Event in der Arena ist. Guter Schachzug der Sparkasse KölnBonn, hier Werbung zu schalten. Wobei… Schalten ist eigentlich das falsche Wort. Ein Banner mit Kabelbindern über eine (ich glaube digitale, kann aber auch eine analoge) Stele hängen, ist jetzt nicht wirklich smart. Von Wind und Wetter gezeichnet, geht die Werbebotschaft einfach nur unter. Da gab es keine bessere Lösung? Weiiiiiiiß ich nicht.
Wenn das Gendersternchen das Einzige ist, was zählt
Haben wir das Gendersternchen gesetzt? Ja, aber „Gastronom*innen" würde ich großschreiben. Egal. Hauptsache, das Sternchen ist drin. „ANN" würde ich aber auch nur mit einem „N" schreiben. Egal, das Sternchen sitzt. Alles andere ist egal. Sorry, bisschen böse, aber manchmal glaube ich, die Gespräche bei Textern laufen so ab. So oder so, Too Good To Go ist mit der Instagram-Anzeige falsch abgebogen. Übrigens, die Kommentare unter der Anzeige gingen nahezu alle in diese Richtung. Antwort? Rate. Genau, KEINE!
KI-Corner: Musks Truth-GPT und ein Drake-Song, der nie gesungen wurde
Truth-GPT. „Ich werde etwas starten, das ich ‚Truth GPT' nenne, oder eine maximal wahrheitssuchende KI, die versucht, die Natur des Universums zu verstehen", sagte Elon Musk. Jetzt habe ich wirklich Angst. Der Move von „Wir brauchen eine Pause" bis zu „Ich schaffe die maximale KI" hat dann nur ein paar Tage gedauert. Vor allem hatte der Tesla-Chef bereits in den vergangenen Monaten begonnen, Forscher zu rekrutieren, um ihn bei seinen Plänen zu unterstützen.
Drake-Song. Truth! Die wird in Zukunft nicht leichter zu finden sein. Beispiel gefällig? Es gibt einen neuen Drake-Song featuring The Weeknd namens „Heart on My Sleeve". Einziges Problem: Er stammt nicht wirklich von Drake und The Weeknd, sondern von einer künstlichen Intelligenz und wurde vor wenigen Tagen vom TikToker Ghostwriter977 veröffentlicht. Mehr als 15 Mio. Views sprechen dafür, dass Drake den Song mal lieber gemacht hätte. Das Thema Echtheit und Rechte bleibt ein sehr spannendes. Übrigens: Ich mag den Song! Muss ja nicht den ganzen Tag klassische Musik sein.
„I'll show you how great I am". JJ Delgado, dem ich gerne auf LinkedIn folge, sagte in einem seiner letzten Beiträge: „This is going too quickly." Ich erinnere mich an ein Gespräch Anfang des Jahres. Da sagte ich wörtlich: Text ist schon gut, Bilder werden besser, aber Video wird noch brauchen, bis es richtig gut ist – da reden wir wahrscheinlich noch über 1-2 Jahre. Ja, ist klar. Keine vier Monate später erleben wir so krasse Schritte im Bereich Video. Unfassbar! Als wolle uns die KI sagen: „I'll show you how great I am."
Grndios: Kölner Köpfe mit Lionel Souque & Rewes Branding
Eine Reichweite von über 20.000 organischen Impressions auf LinkedIn, Talk of Town, ein Top-Event: „Kölner Köpfe", veranstaltet vom Kölner Presseclub, mit dem Gast Lionel Souque, war ein super spannender Abend. Mit einer Erkenntnis: Eine sehr gut gemachte Einladung, eine Top-Moderation und ein Manager, der wirklich Interessantes zu berichten hat, sind ein Zuschauer- und Reichweiten-Magnet. So funktioniert Kommunikation im Jahr 2023, und wir sind froh und stolz, als 923b ein Teil davon sein zu können.
Übrigens zum Thema Rewe und Kommunikation: Beim Final4 hat der Lebensmittelhändler auch gezeigt, wie wirkungsvoll ein ganzheitliches Branding ist. Während man in Fußballstadien häufig noch einen „Bandensalat" hat, bespielte Rewe alle Flächen in der Arena. So geht das!