Kampagnensalat: Nike, Du bist verrückt!
Sportlich geht es weiter. Jetzt sind wir beim Fußball. Und was selten passiert: Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die neue Werbung von Nike schlecht oder gut finden soll. Was finde ich gut? „Awaken your Madness" – der Claim ist super. Was dem Fußball fehlt, ist genau das: der Schuss Wahnsinn, das Besondere, das Außergewöhnliche. Dafür wurden Haaland, Mbappé und Vinícius Júnior auserkoren. Die Wahl der drei Nike-Werbegesichter ist passend, das i-Tüpfelchen ist allerdings der gottgleiche Auftritt von Ronaldinho, der Typ war/ist wirklich verrückt. Und dann haben wir noch ein kleines, herzergreifendes Detail. Kylian Mbappé spielt als Kind in seinem Zimmer Fußball und man hört die Mutter sagen: „Hör bitte auf!" Ein Moment, den ich und jeder begeisterte Fußballer komplett nachempfinden kann. Sorry, Mama!
Aber genau davon hätte es mehr gebraucht. Der Rest des Spots ist wirr, zu kompliziert und löst keine Emotion aus. Bei mir zumindest nicht. Die nachgestellten Szenen auf dem Platz sind nett, mehr aber auch nicht. Ja, nett – die kleine Schwester von scheiße. Durch die Decke geht der Spot natürlich, wenn Mbappé bei der EM in einem verrückten Moment etwas Wahnsinniges gelingt. Mal schauen, was wird.
KI-Corner: Kleine Tipps
Es müssen ja nicht immer die großen, weltbewegenden Themen sein. Ich mag auch die kleinen Tipps, die noch nicht jeder kennt. Wusstest Du zum Beispiel, dass Du Deine handgeschriebenen Notizen bei ChatGPT einfach abfotografieren kannst und schon hast Du sie digital, einmal sauber sortiert? Trotz Sauklaue klappt das erstaunlich gut.
Natürlich kann man seine To-dos oder Notizen auch gleich digital pflegen, aber ich zeichne doch einiges noch analog auf – vor allem meine Circle-Liste, die ich nach wie vor lebe (wer hätte das gedacht, oder Kathrin?). Wenn auch Du kleine Hacks hast, die Dir das Leben erleichtern, schreib uns gerne.
KI-Corner: Das Video-Rennen vor dem Durchbruch
In meinen KI-Gesprächen der letzten Wochen ist ein Thema beherrschend: die rasante Entwicklung im Bereich Video. Sora, Kling, Runway – alle stehen mit dem rechten Fuß auf dem Gaspedal. Warum diese Entwicklung so wichtig ist? Natürlich, damit Agenturen wie wir zukünftig Social-Media-Videos prompten können. Aber das ist ja nur ein kleiner Teil.
Die Auswirkungen auf politische und gesellschaftliche Diskussionen sind ja durch die Verbreitung von Fake-Bildern schon enorm. Was passiert da erst, wenn die Video-Tools den Stand von Midjourney in der Bild-Generierung haben? Bei der nicht vorhandenen Medien- und KI-Kompetenz, die ich aktuell in Social Media in den Kommentarspalten erlebe, haben wir dann vor allem eins: ein Problem. Deshalb, auch wenn wir noch nicht so weit sind: Teste jetzt schon die Tools, befass Dich mit dem Thema, es wird wichtig.
Edit: Kurz vor der Veröffentlichung des Snacks hat Toys'R'Us einen Spot gezeigt, der komplett mit Sora erstellt wurde. Vergiss den Satz „Auch wenn wir noch nicht so weit sind" – bald sind wir so weit.
AI Peanuts (danke Robbie auch für den Hinweis zum Toys'R'Us-Spot) hat mal die wichtigsten Tools zusammengestellt und eingeordnet. Was soll ich von Freunden abschreiben – einfach den Link klicken, durchlesen und wenn Du dabei bist, gleich den Newsletter abonnieren.
Zur Tool-Übersicht bei AI Peanuts · Toys'R'Us Studios
OOH: Roger vs. Federer
Wie fällt man in einer Welt mit Social Media, Außenwerbung und Tausenden von Werbebotschaften an jeder Ecke überhaupt noch auf? Die Antwort gibt Amazon Prime. Die bewerben kurzerhand die Dokumentation „Federer – Twelve Final Days" auf den Pfeilern der 1894 errichteten London Tower Bridge. Das ist aber noch lange nicht alles. In einer aufwendigen Installation lässt der Streaminganbieter den „jungen" Roger gegen den „alten" Federer spielen. Und dabei fliegt der Tennisball von Seite zu Seite, bis der Hinweis auf die Dokumentation erscheint. Dazu kommt auch noch ein Sound aus den Lautsprechern. Fertig ist die perfekte OOH-Werbung. Die Smartphones werden gezückt, Social Media explodiert, die Fachpresse berichtet – so geht virales Marketing im Jahr 2024.
Das Motiv (YouTube Shorts) · Zum Bericht bei Horizont
OOH: In eigener Sache – die NZZ auf Ströer-Flächen
KI bestimmt aktuell unser Handeln in der 923b, aber wir machen auch weiterhin coole OOH-Kampagnen. Gemeinsam mit der Audienzz setzen wir aktuell in ganz Deutschland an den Bahnhöfen eine Kampagne für die NZZ auf den Ströer-Flächen um. „Darüber müssen wir reden ...", heißt es dabei in der Headline. Vier Themenfelder werden angesprochen. Der Fußball darf natürlich nicht fehlen. So hingen einige CLP am Spieltag der deutschen Nationalmannschaft in Frankfurt, eine große Reichweite war und ist also garantiert.
Hast auch Du Interesse an deutschlandweiten oder regionalen OOH-Kampagnen, sag gerne Bescheid, wir haben immer einen Top-Deal für Dich!
Samsung: So geht's!
Wie es anders geht, beweist Samsung beim Thema AI in einem ganz neuen Feld. Das könnte zum Game-Changer für Menschen wie mich werden. „Der Bespoke AI Waschtrockner verfügt über ‚AI Wash', eine Funktion, die automatisch die Textilart und den Verschmutzungsgrad der Wäsche erkennt. Basierend darauf dosiert die künstliche Intelligenz die erforderliche Menge an Waschmittel und Wasser und passt Einweich-, Spül- und Schleuderzeiten kontinuierlich und automatisch an", schreibt W&V. Halleluja!!
Um das angemessen zu zeigen, werden die Figuren aus dem Animationsfilm „Alles steht Kopf" bemüht. Witzig, gut gemacht, auf den Punkt. So geht das, Samsung!
Samsung: So geht's nicht!
Wo wir gerade schon beim Fußball sind, graben wir doch noch mal einen aus, der mich schon zu seiner aktiven Zeit hart genervt hat: Ailton! Irgendwie schafft er es, in den Medien seinen Fußabdruck zu hinterlassen – auch noch Jahre nach seiner aktiven Zeit. Dieses Mal profitiert er von seinem Namen. Durch das „AI" zu Beginn wirbt er für die neuen AI-Funktionen im Samsung Galaxy S24 Ultra. Die Idee ist ok, die Umsetzung eher lahm. Dabei können die AI-Funktionen im Smartphone einiges und werden dafür sorgen, dass zum Beispiel einfache Bildbearbeitung auch weiter den Weg in die Gesellschaft findet. Also weitermachen, Samsung, aber lasst die Fußball-Altstars im Ruhestand.
Der Spot (YouTube) · Zum Bericht bei W&V
Wusstest Du das? Fly like a Butterfly ...
... and drink Capri-Sonne. Wusstest Du, dass Capri-Sonne einen großen Teil seiner Bekanntheit einer Partnerschaft mit Muhammad Ali zu verdanken hat? Bis er für Capri-Sonne wirbt, macht Ali keine Werbung. Doch dann, 1979, erklärt er der Welt: „Ich bin der Größte. Aber wenn ich aufhöre, ist Capri-Sonne das Größte." Nicht besonders einfallsreich, aber wen juckt's, wenn das bekannteste Gesicht seiner Zeit diese Worte über Dein Produkt sagt. Und das auch noch ernst meint. Denn – man sagt – Ali hat Capri-Sonne auch schon vorher gerne getrunken. Kann ich mir nicht vorstellen, aber egal, für die Geschichte passt es wunderbar.
Übrigens: Midjourney wollte einen Capri-Sonne trinkenden Ali nicht so richtig hinbekommen, da habe ich mal sein Unterwasser-Foto nachempfunden.