Marketing am Mann (oder Frau): 50 Jahre Trikotsponsoring
24. März 1973! Ein besonderes Datum für Werbung im Fußball. Warum? Jägermeister wird erster Trikotsponsor der Fußball-Bundesliga. Der Hirsch ziert das Jersey von Eintracht Braunschweig. Seitdem ist viel passiert. Namhafte Companys nutzen das Umfeld Fußballverein, um auf sich aufmerksam zu machen. Ford, VW, Telekom, Pepsi, Rewe – die Liste liest sich wie das „Who is who" der Werbespender.
Und wie ist die Lage fast 50 Jahre später? Es sind vor allem Start-ups und Digital-Unternehmen, die sich auf der Brust von europäischen Top-Vereinen wiederfinden. Die Göppinger Software-Firma Teamviewer sicherte sich knapp anderthalb Jahre nach ihrem Börsengang die Brust von Manchester United – angeblich für rund 46 Millionen Euro pro Saison. Sportlich nicht mehr die Nummer 1, zählt die Brust des englischen Traditionsvereins zu den besten Werbeflächen weltweit. Bei Hertha BSC hat Autohero erst kürzlich Homeday abgelöst, so hat das erste Mal ein Start-up ein weiteres Start-up abgelöst.
Was macht das Trikotsponsoring so spannend für Digital-Unternehmen? Dazu sprachen wir mit einem, der es wissen muss: Sven Schmidt, Chief Marketing Officer bei der Machineseeker Group, und mit seiner Firma einer der Top-Spender der 2. Bundesliga. Für Aufsehen sorgte er vor allem, als er öffentlichkeitswirksam für die „freie Brust" beim HSV geboten hat. Er sagt: „Wir leben im Zeitalter von Google. Aber auch als ‚digitale' Marke muss man von Google unabhängiger werden. Das kann Out-of-Home bedeuten oder Sport-Sponsoring. Die Machineseeker Group hat sich für die 2. Fussball Bundesliga entschieden – dort sind wir größter Sponsor!" Weiter führt er aus, worin der Reiz des Sponsorings für sein Unternehmen liegt: „Wir waren eines der ersten Grown-Ups, die den Weg beschritten haben. Jetzt prangt Autohero vom Hertha-Trikot und TeamViewer vom ManU-Shirt. Je teurer Google wird, desto günstiger werden andere Kanäle im Vergleich." Spannend zu sehen, wie diese Entwicklung weiter geht – und ob weitere Sponsorings wie der Spotify/Barcelona-Deal folgen …
Autsch! EDEKA nutzt das Ferrero-Debakel
Was ist nur bei EDEKA los? Vor Kurzem erst der Fail-Post zur Ukraine-Krise, jetzt nutzt das Unternehmen die Rückruf-Aktion von Ferrero und zahlreicher Kinder-Produkte, um Werbung in eigener Sache zu machen. Die leeren Regale werden befüllt mit der Eigenmarke „Gut & Günstig", der passende Spruch dazu: „Garantiert ohne Überraschung". Die Gunst der Stunde nutzen? Warum nicht! Einem langjährigen Partner einen Spruch drücken? Das macht man nicht! Und so sehen es auch große Teile im Netz. Vor allem: Wir sind ganz klar Team Ferrero. Reihenfolge: Bueno, Maxi King, Duplo, Schoko Bon … An dieser Stelle ein kleiner Dank an unseren Freund Jan, dem wir das ein oder andere Kilo zu verdanken haben.
Was soll nur aus dir werden, Twitter?
Elon Musk hat in Twitter investiert. Aber nicht nur zwischen Twitter und Elon geht's ums Geld – eine App-Neuerung soll es möglich machen, nun auch bei Twitter Creator zu werden. „Super-Follows" soll ein Abo-Modell für besondere Inhalte sein. Ob Promi, Privatperson oder Unternehmen, jeder soll in Zukunft direkt von seinem Publikum unterstützt werden können. Ruhr24 schreibt: „Exklusive Inhalte können Newsletter, Videos, Fotos, spezielle Deals und Rabatte oder Zugang zu geschlossenen Communities sein. Außerdem erhält der Super-Follower das Label ‚Supporter Badge'. Durch das neue Feature eröffnen sich auch weitere Einnahmen für Twitter selbst. Wie viel der Kurznachrichten-Dienst aber tatsächlich einbehalten soll, ist noch nicht bekannt." Ebenso unbekannt ist auch der Starttermin, hier heißt es wie so oft: Es bleibt spannend.