Marathon: And the winner is New Balance
Marathon in Köln. Nein, ich bin nicht gelaufen. Von dem Erreichen einer Ziellinie nach 42,195 Kilometern bin ich aktuell ca. 20 Kilo und 70 Trainingsstunden pro Woche entfernt. Aber natürlich nutze ich die Möglichkeit, um mir anzuschauen, wie große Marken das Event nutzen. New Balance war eine Woche um das Event überall sichtbar in der Kölner Innenstadt. Mit vielen Motiven wurde die ganze Bandbreite an Läufern angesprochen. Der Claim: Run your way. Starke Kampagne!
Dachte sich Puma: Das können wir auch. Ja, aber anders. Denn bei Weitem hat Puma nicht so viel Geld ausgegeben, viel weniger Flächen belegt, nur ein Motiv genutzt, aber das war gut. Warum? Bei Puma „läuft man zwar nicht seinen Weg" (da steckt übrigens so viel drin in der Botschaft, noch einmal: Respekt, New Balance), aber man „läuft Köln". Und der lokale Bezug inkl. Dom auf dem Foto macht direkt was mit dem Betrachter. Auch wenn es fast schon plump ist, in Köln mit dem Dom zu werben – es funktioniert. Und nur das zählt.
Was nicht funktioniert, ist „Erst Rigatoni, dann Marathoni!" von Brooks. Komm schon Brooks, ich liebe eure Schuhe, mehr geht nicht. Aber alles Nudel, oder was? Ich verstehe den Bezug, ich verstehe die Idee, aber ich kann nicht glauben, dass es wirklich umgesetzt wurde. Oder ist es so schlecht, dass es schon wieder gut ist? Entscheide du.
Was mich gewundert hat? Kein Riesenposter in der Stadt? Zumindest nicht an den bekannten Stellen. Das wäre aus meiner Sicht die Krönung der New-Balance-Kampagne gewesen.
OOH Adidas: Einfachheit, die begeistert
„Wow! Davon muss ich ein Foto machen." Als ich diesem Satz beim Spaziergang lauschte, schaute ich direkt, was diesen Wow-Effekt ausgelöst hatte. Und es war eine Werbung. Adidas wirbt an einem der besten Plätze Kölns: Venloer Straße, Kebapland, die Profis wissen direkt Bescheid. Tausende Fußgänger, Zehntausende Autofahrer und gefühlt noch mehr Kunden des Kebaplands sehen hier die Werbung des Sportartikelherstellers an der Hauswand.
Zum Motiv: nichts Spektakuläres, mag man meinen. Aber in der Einfachheit des Porträts liegt die Klasse. Nur das Logo, drei Streifen auf dem Shirt, ein cooler Gesichtsausdruck und das Wort „ORIGINALS": Mich lässt das sofort in eine eigene Welt der Marke abtauchen. Einfach grandios!
Adobe Firefly: Eine Lobeshymne
Adobe Firefly wurde von mir schon öfter bejubelt. Primär als Verbindungsglied von Adobe-Programmen und KI. Nun habe ich das generative Tool von Adobe endlich getestet und bin begeistert von den Möglichkeiten. Denn über Bildgeneratoren hinaus findet man weitere hilfreiche Tools, alles in einer Oberfläche mit Canva-Charakter.
Simple Regler helfen, die Einstellungen anzupassen, statt sie wie in Midjourney als Shortcuts auswendig lernen zu müssen. Eine Schrift soll in Ballon-Optik kreiert werden? Kein Problem. Man möchte doch lieber einen Rauch-Effekt? Auch kein Problem. Gold glänzend? Here we go.
Meine einzigen Kritikpunkte: Die realistische Darstellung von Personen ist reine Glückssache. Mit ein paar Mal Austesten und Eingeben kommt man dem gewünschten Ergebnis nahe, perfekt ist es noch nicht. Außerdem ist das Thema „Export" das, was mich am ehesten begeistert, bei dem Schriften-Thema kann man allerdings „nur" PNGs, JPGs oder eine PDF herunterladen. Alles flache Bilder, die es schwer machen, ein Vektor-Objekt daraus zu ziehen. Mir fehlt außerdem die Funktion „Öffnen in …", womit man die erstellten Daten einfach über die Cloud direkt im Programm öffnet. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin gespannt und teste weiter! firefly.adobe.com
The Sphere: LED-Kuppel der Superlative
The Sphere in Vegas ist eröffnet. Hat die digitale Kuppel im Spielerparadies bislang die Menschen von außen begeistert, wurden jetzt für ein U2-Konzert die Türen geöffnet. Was soll ich sagen? Grenzenloses Entertainment. Wer sich Videos der Show anschauen möchte, sollte unbedingt mal auf das Instagram-Profil schauen – so schnell verliere ich mich normalerweise nicht mehr in Superlativen in einer Welt, in der fast alles normal geworden ist. Aber „The Sphere" ist schon „the next big thing". Überrascht war ich bei den „fast" noch humanen Ticketpreisen: 49 bis 249 Dollar. Ok, nicht für U2, sondern für den Film „Postcard from Earth". Wahrscheinlich ist das Erlebnis jeden Dollar wert. Wenn man den Menschen im Video glaubt, dann auf jeden Fall!
VW T-Roc: Pinkel-Pause!
Kennst du das? Du siehst etwas und denkst: Sehe nur ich das? Traust dich gar nicht, das Beobachtete auszusprechen. Und bist dann beruhigt, wenn es in den Kommentaren schon jemand gemacht hat und du nicht ganz falsch abgebogen bist. So erging es mir bei der LinkedIn-Werbung von VW für den T-Roc. Mein erster Gedanke: Der Junge pinkelt an den Reifen. Die Haltung, der Blick, alles passt. Laut Headline „Wechseln da alle" – es „pinkeln also nicht alle". Das sehen die User in der Kommentarspalte anders. Ich auch.
Uniklinikum Tübingen: Viel Applaus, nur einer zweifelt
Ich brauche deine Hilfe. Im Team-Chat wird das Video „Tübingen – das Kaff mit den Weltstars der Medizin" gepostet.
Der Titel packt mich. Die 3:19 Minuten hinterlassen mich mit vielen Fragezeichen und Gedanken. Das Video ist anders, das ist klar. Der Versuch, das Thema Recruiting mal neu anzugehen, ist verstanden. Die Produktion durchdacht, aufwendig und mit einem roten Faden. Kooperation mit Dieter Thomas Kuhn, der Song „Eine neue Liebe" wird sogar zur Website.
Alles durchdacht, aber es macht mit mir gar nichts. Sind das meine Grenzen? In den Kommentaren wird sowohl das Uniklinikum Tübingen als auch der Werbefilm abgefeiert. 150k Views, 1.809 Reaktionen, 139 Kommentare auf YouTube. In einigen Kommentaren wird sich direkt beworben, die positive Resonanz ist überwältigend und es gibt kaum kritische Stimmen. Da traue ich mich gar nicht zu sagen, dass mich das Video nicht abholt. Als wollten die Macher ein bisschen zu viel. „Komm, der Gag zündet auch noch", „lass den Witz auch noch reinpacken", hört man förmlich aus dem Video rufen.
Also bin nur ich falsch abgebogen? Findest auch du das Video so gut wie viele der User oder verstehst du mich ein bisschen?
In eigener Sache: grndios – SEASALT & 923b
„SEASALT-Lifestyle meets 923b-Kreativität" heißt es ab sofort. Und wir glauben alle zusammen: Es wird grandios!
Mit unserem neuen Kunden SEASALT Properties haben wir in Florida große Ziele. Für SEASALT, die vor allem in Tampa Bay den Immobilienmarkt aufmischen, werden wir als Team Content kreieren, Videos produzieren, die Social-Media-Kanäle bespielen und mit den richtigen Maßnahmen für Reichweite sorgen.
Dass es menschlich passt mit den Gründern Hauke Andresen und Hendrik Bisanz, steht außer Frage, jetzt zählt es, die Marke und vor allem den Lifestyle zu positionieren. Für uns als 923b eine große Chance für den Schritt nach Amerika, um dort weiter zu wachsen, neue Kunden zu gewinnen und unser Skillset zu erweitern.
Wir werden dich hier im Newsletter auf dem Laufenden halten zu den Projekten vor Ort und hoffentlich in den nächsten Monaten zeigen, wie SEASALT Properties auch mit unserer Hilfe weiter gewachsen ist.
Spotify: Preiserhöhung mit Stil
Surprise, surprise! Spotify erhöht die Preise. Monatlich muss ich jetzt für mein Premium Family 3 Euro mehr bezahlen. Aber das hier wird kein Klagelied. Podcasts, Musik, keine Werbung: Meine Familie und ich nutzen Spotify täglich über mehrere Stunden. Was ich bemerkenswert fand, war die Herangehensweise.
„Damit du auch weiterhin alle Vorteile des Premium-Abos genießen kannst, …, stimme einfach dem neuen Abo-Preis zu. Wenn du nicht bis zum 31. Dezember 2023 zustimmst, behält sich Spotify das vor, dein Premium-Abo …" – an dieser Stelle kommt normalerweise „um 24 Monate zu verlängern, ohne dass du jemals die Chance hast, noch mal aus diesem Vertrag zu kommen", aber surprise, surprise: „… dein Premium-Abo ordentlich zu kündigen."
Also entweder verdient Spotify mit der werbefinanzierten Variante gutes Geld oder sie müssen das machen.