Apples Vision Pro
Es gibt Tage, da weißt du bereits nach einigen Sekunden Scrollen in deinem LinkedIn-Feed: Es ist was passiert. So auch am Dienstagmorgen. Und nein, es geht nicht um den HSV, sondern um Apples Vision Pro. Die neue Datenbrille lässt den Feed explodieren, jeder hat eine Meinung, ich kann mir nur eine anhand des neunminütigen Videos auf YouTube erlauben. Es sieht schon krass aus und könnte eine neue Ära einleiten. Keine Bildschirme, keine Smartphones, Steuerung mit den Augen und Händen. Noch ist das allerdings kein Massenprodukt bei einem Startpreis von 3.500 Dollar.
Und auch das Manager Magazin ist nicht ganz so euphorisch. Dennoch: Die Entwicklungen sind rasant, und es stellt sich eine ähnliche Frage wie bei den KI-Technologien. Wo stehen wir erst in fünf Jahren, wenn wir heute bereits so weit sind? Spannend.
Zum Video auf YouTube · Zum Bericht im Manager Magazin
Kampagnensalat: ALDI Nord – #GuteBeatsFürAlle
ALDI Nord ruft zum Rappen auf. In ihrem neuen Köder für TikTok-Inhalte werden drei hauseigene Beats vor- und zur Verfügung gestellt. W&V berichtet, komponiert wurden die Beats „River Coke Bounce", „Stack it up by Sun Snacks" und „Jumbo Tusker" von den Producer:innen Sirin, Juh-Dee und Young Mes. Daraus dürfen dann Nachwuchstalente ihre eigene Kreation für die Genres HipHop und Rap erstellen und an der Challenge teilnehmen. Zu gewinnen gibt es eine professionelle Studioaufnahme für die besten drei Einreichungen.
Die Aktion läuft vom 02. bis 30. Juni auf Social Media unter dem Hashtag #GuteBeatsFürAlle.
Das Konzept ist ziemlich smart – daraus sollte sich am Ende einiges an Content generieren und vor allem in der jungen Zielgruppe Reichweite auf den Kanälen steigern lassen. Zwei Daumen nach oben, und vielleicht nehme ich ja auch teil?! Stay tuned.
Kampagnensalat: Sixt heizt Habeck ein
In der vorletzten und letzten Woche bei uns vertreten, haut Sixt direkt noch einen raus: „Da geht selbst Habeck die Wärmepumpe."
Wir sind wirklich fasziniert von der tagesaktuellen Umsetzung der Kampagnen und von den immer guten Slogans. Das geht durch Mark und Bein, beschäftigt, erregt Aufmerksamkeit. Mal schauen, wer als Nächstes gesixt wird!
OOH-Block: von Summerjam bis Netflix
Viel zu lange hatten wir keinen echten OOH-Block mehr. Das ändern wir heute.
Viel gewollt, wenig erreicht (Summerjam)
Kann jemand den Machern des Summerjam sagen, wie Außenwerbung funktioniert? Wie soll ich aus dem Auto heraus, auf eine gewisse Distanz, all diese Informationen lesen und verarbeiten? Das Wichtigste wird so versteckt, dass man es nicht mal lesen kann, wenn man davorsteht. Warum denn bitte über 30 Acts auf das Plakat? Wenn ich Interesse habe, schaue ich mir schon ganz genau an, wer wann kommt. Und wenn ich so einen Megastar habe, dann nimm den ins Zentrum des Plakats – aber so bringt das nichts.
Buchstabensuppe – aber alles klein, bitte!
Zum Glück hängt Fail Nummer zwei direkt daneben. „das beste grillgut ist jetzt aus erbsen" – und die besten Substantive haben einen Großbuchstaben am Anfang. Wieso macht man das? Welchen Impact hat diese Schreibweise auf das Produkt? Wem hilft es, den „veggie burger" auch noch kleinzuschreiben? Mich verwirrt das. Übrigens: Wenn man den QR-Code noch ein bisschen kleiner macht, ist er gar nicht mehr zu scannen.
Die richtige Pizza-Mischung (Knossi & Trymacs)
Vergiss die Buchstabensuppe, jetzt kommt die Pizza von Knossi und Trymacs für Lieferando. Schon ein paar Tage auf dem Markt, aber was die Jungs drehen, damit die Pizza aus den bunten Kartons fliegt, ist schon nicht schlecht. Geliefert wird per Fallschirmsprung, beworben auf Riesenpostern. Über die Pizza erlaube ich mir kein Urteil. Aber die OOH-Fläche in Köln zieht Blicke. Die beiden Jungs kennt vor allem in der jungen Zielgruppe jeder. Witziger Spruch, die beiden Köpfe: Ich wette, die Pizza geht ab!
(Fast) alles richtig gemacht! (Impact)
Kennst du die Firma Impact? Die hat jetzt mit einem Riesenposter in der belgischen Stadt Antwerpen das Thema Viralität „durchgespielt". Auf dem Plakat zu sehen: eine große Fläche an einer Baustelle, darauf zu lesen: „Hey ChatGPT, finish this building." Die Kampagne zahlt ein auf das Handwerk. Aber nicht nur in dieser Zielgruppe wird das Bild geteilt, es geht auch um die halbe Welt und durch alle Social-Media-Kanäle, da jeder ChatGPT- und KI-Jünger es teilt. Verrückt, wie oft ich es in meinem Newsfeed auf Instagram und LinkedIn gesehen habe. Damit erweckt das Plakat nicht nur in Antwerpen die Neugier der Menschen, sondern die Firma erlangt weltweite Bekanntheit mit unfassbaren Reichweiten. Glückwunsch. Kleiner Schönheitsfleck: ChatGPT wird anders geschrieben.
Attention please, Arnie kommt! (Netflix FUBAR)
Bleiben wir bei den Positiv-Beispielen. Netflix hat für die neue Serie FUBAR mit Arnold Schwarzenegger in Wien mal richtig einen rausgehauen. Die Werbung sieht aus wie ein Spiel in einem Saturn- oder MediaMarkt-Regal. Einfach nur gut, volle Aufmerksamkeit – und es gilt, was schon für Impact gesagt wurde: Das Ding geht richtig steil und erobert das Internet!
Empfehlung der Woche: Scott Galloways „Yes!"
Scott Galloway, Professor für Marketing an der Stern School of Business der New York University, Autor, Redner und Schreiber, trifft in seinem Newsletter oft den Nagel auf den Kopf – wie auch in seinem letzten mit der Überschrift „Yes!". Mit dem Inhalt erreichte er in kurzer Zeit 7 Mio. Views bei TikTok, aber das ist nicht die Nachricht. Die spannende Botschaft verbirgt sich hinter Zahlen und Fakten: warum Amerikaner (ich denke, man kann es 1:1 auf Deutschland übertragen) nicht mehr vor die Tür gehen, weniger Freunde haben und warum Überfluss eine große Bedrohung ist. Wer am Wochenende ein paar Minuten Zeit hat, sollte das lesen.