NewsSnack-Archiv · 2023

NewsSnack KW 07/2023 – Karneval in Köln, KI-Liebesbriefe & Snoop in Skechers

Von Marco Morinello · NewsSnack-Archiv · 2023

Aus dem Archiv Diese Ausgabe stammt aus meinem wöchentlichen Marketing-Newsletter NewsSnack. Zwischen KI-Liebe, Karnevals-Botschaften, Snoop-Swag und Matratzen an Bahnhaltestellen: meine Beobachtungen aus KW 07/2023.

Karneval in Köln – eine ernste Angelegenheit

Karneval in Kölle. Neben Dom (Kölner Dom) und Effzeh (1. FC Köln) der dritte Klebstoff, der die Menschen hier zusammenhält. Mehr ein Gefühl, das man fernab vom Sauftourismus in den kleinen Veedelskneipen auch heute noch spüren darf. Ich hatte das witzigerweise bei meinem Besuch in der „Lachenden Arena". 10.000 Menschen war jetzt keine Eckkneipe, aber irgendwie doch schön. Alt und Jung, Arm in Arm – das hatte was sehr Emotionales.

Aber ich schweife ab, denn der Karneval ist auch Wirtschaftsfaktor der Stadt. Die zahlreichen Sitzungen, der Straßenkarneval: All das lockt Hunderttausende in die Stadt mit K. Aber mal eine Frage: Wie kann das sein, dass ich einen Tag vor Weiberfastnacht nichts davon sehe. Im Kölner Hauptbahnhof sind die Luftschlangen bei Kamps und die Tuschmaschine in der Buchhandlung die einzigen beiden versteckten Hinweise, dass hier ein Tag später Menschenmassen empfangen werden. Aber auch ansonsten kaum Werbung mit Karnevalsbezug, kaum erkennbare Vorfreude, nicht mal die obligatorische Lichterkette von Weihnachten wiederverwendet. Der Kölner Dom braucht keine Pappnase, aber ist die Eskalation auf der Zülpicher Str. wirklich das einzige Thema in der Karnevalshochburg? Da geht mehr die nächsten Jahre! Bisschen Liebe, bisschen Herzlichkeit, das zeichnet uns Kölner doch aus.

Dann doch gesehen, das Plakat von Ritter Sport mit der Headline: An Karneval eher selten: ernsthafte Beziehungen. Unsere Partnerschaften mit Kakaobauern sind langfristig. Finde ich großartig, passt, spielt mit einem klassischen Klischee, aber: Stimmt halt nicht immer. Seit genau 21 Jahren an meiner Seite: die „Karnevalsbeziehung" – oder besser gesagt die beste Frau der Welt.

OOH: Emma-Matratzen an der Bahnhaltestelle

Sonst beschwere ich mich oft über fehlende Kreativität, jetzt ist eine Company mal kreativ, dann habe ich auch gleich wieder was zu „meckern", deshalb vorweg: sorry!

Emma Matratzen hat sich gedacht, wie können wir unser Produkt perfekt positionieren? Ergebnis: Bahnhaltestellen in Rotterdam wurden kurzerhand umgebaut und die Wartenden konnten gemütlich auf einem Bett Platz nehmen. Aufmerksamkeit garantiert? Ja! Schöne Idee und auch die Umsetzung wirklich gut. Jochen würde sich auch freuen, so oft wie er schon auf die Bahn warten musste. Kleines aber… finde nur ich den Gedanken etwas gruselig, wie die Matratzen schon an Tag 2 ausgesehen haben müssen? Flecken, Essensreste, Schmutz, Kaugummis… Außerdem will weder ich mich mit Klamotten ins Bett legen noch sollen das andere machen. Für den Mut und die Umsetzung gibt es auf jeden Fall einen Daumen nach oben, aber aufgrund der oben genannten Punkte auch einen nach unten.

Zum Beitrag bei Outdoor Creativo (LinkedIn)

Snoop in Skechers – Irritationen für die Zielgruppe

Es gibt ein beliebtes Spiel auf Instagram. Da werden Fußballer, die klar mit einem Verein in Bezug stehen, in das Trikot des Konkurrenten gepackt. Also Toni Kroos im Trikot des FC Barcelona macht was mit mir. Den gleichen Effekt habe ich bei Snoop in Skechers.

Der Kontrast ist schon hart. Mehr „Bling Bling" und Swag als mit Snoop geht ja schon fast gar nicht – dazu der Super-Bowl-Spot mit der Rap-Legende: mega! Bis man auf die Landing-Page kommt. Da ist dann nicht mehr viel Lametta, aber irgendwie halt auch genau richtig für die Zielgruppe der „echten" Käufer. Bin ich falsch abgebogen oder habe was verpasst? Skechers ist 60+ und Hauptsache gemütlich. Ich fand ja Michael Ballack schon schwierig, aber Snoop in Skechers verursacht bei mir Irritationen. Ab jetzt begebe ich mich aber auf Glatteis und weiß zu wenig über Käufer, Zielgruppe, Markenkern, Ziele: Vielleicht ist das alles genauso gewollt. Aber wollen wir wirklich Thomas Müller in Schwarz-Gelb sehen?

Zum Bericht bei Adweek

KI & Valentinstag: der Liebesbrief aus ChatGPT

Übrigens bei all dem Karnevalshype: Valentinstag war ja auch noch. Dazu eine spannende Statistik, die nicht von mir verifiziert ist, aber auf LinkedIn lief. 62 % einer Befragung gaben an, den Liebesbrief mit ChatGPT schreiben zu wollen. Da ich eine ähnliche Geschichte auch schon gehört habe, nicht ganz so abwegig. Aber lass das besser, Dein Partner wird wissen oder schnell merken, dass es nicht von Dir war.

Ich habe die Idee mal aufgegriffen und einen Liebesbrief an unsere Kunden formulieren lassen. Das Ergebnis: Sehr selbst!

Archiv-Ausgabe des NewsSnack von Marco Morinello, ursprünglich erschienen 2023. Meinung und Wortlaut sind bewusst unverändert übernommen.