NewsSnack-Archiv · 2025

NewsSnack KW 11/2025 – KIA ärgert Tesla, IKEA-OOH & KI-Corner

Von Marco Morinello · NewsSnack-Archiv · 2025

Aus dem Archiv Diese Ausgabe stammt aus meinem wöchentlichen Marketing-Newsletter NewsSnack. Hier findest du meine Beobachtungen aus KW 11/2025 – KIA, das Teslas Imagekrise clever aufgreift, IKEAs Mut in der Außenwerbung, ein KI-Corner zu Tierbildern in Stockdatenbanken und der Start von OctopusGenius.

KIA ärgert Tesla

Hat jemand nach Kreativität und Witz gerufen? Wer jetzt denkt, es kommt die nächste SIXT-Kampagne, der täuscht. KIA nimmt gekonnt einen Ball auf, der gerade im Netz gespielt wird. Dieser Ball nennt sich Elon Musk und das ramponierte Image von Tesla. Während in der ersten Stufe Tesla-Fahrer für Aufmerksamkeit gesorgt haben, indem sie ihr Auto „verziert" haben mit dem Aufkleber „I bought this before Elon went crazy", führt KIA die Idee weiter mit einem eigenen Aufkleber „I bought this after Elon went crazy". Sehr gute Idee, die darauf anspielt, dass man sich auch im Nachhinein noch für ein anderes Auto entscheiden kann.

Wer noch ein paar Zahlen und Fakten braucht zur aktuellen Lage bei Tesla in Deutschland, sollte sich im Artikel auf Horizont ein bisschen austoben. Der Tesla-Absatz ist laut Kraftfahrt-Bundesamt gegenüber Vorjahr um 76,3 Prozent eingebrochen. Bereits im Januar waren die Neuzulassungen der Marke um fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen.

Zur Auswertung bei Horizont

OOH: Schlaflos durch Chaos – IKEA wagt wieder Mut

Was passiert eigentlich gerade in der Außenwerbung? Früher mal ein richtiges Schwergewicht im Snack, fristet der Kanal mittlerweile ein Schattendasein. Das liegt an der Fokussierung auf KI, aber auch daran, dass die Top-Kampagnen nicht stattfinden.

Da freuen wir uns doch mal wieder über den Mut von IKEA! Der Einrichtungsriese hat kurzerhand in italienischen Großstädten erklärt, dass es sich in aufgeräumten Zimmern besser schlafen lässt als in chaotischen Zimmern. Kann ich nicht beurteilen, ich glaube müde ist müde und mit der richtigen Person neben Dir ist an Schlaf eh nicht zu denken. Ups, hat er gesagt. Zurück zur Kampagne: Die Idee und die Umsetzung sind top, Aufmerksamkeit garantiert!

Zur Kampagne bei IGP Decaux Italien

KI-Corner: Wie lang ist der Schnabel? – KI-Tierbilder als Problem

„Fakt oder Fake: Warum mit KI erzeugte Tierbilder ein Problem sind", so lautete die Überschrift bei stern.de. Und die Ergebnisse, die du zu sehen bekommst, sind tatsächlich ein Problem. Vielleicht stört uns jetzt nicht ganz, ob der Wiedehopf nun einen langen Schnabel oder einen kurzen hat, aber man stelle sich vor, auf der Hälfte aller KI-Bilder hätten Menschen 6 Finger, der Aufschrei wäre groß (ach ja, war er ja ...). Und genau diese Fehler scheinen bei KI-Tierbildern eher an der Tagesordnung. Dabei ist vor allem die Anzahl der Bilder ein Problem, das mir nicht so klar war.

Die Datenbanken sind voll damit. Beim Marktführer Adobe Stock etwa machen KI-erzeugte Inhalte, kaum zwei Jahre nach ihrer Einführung, bereits 36,9 Prozent aller dort verfügbaren Stockmedien aus: 234,7 Millionen von insgesamt 636,5 Millionen Bildern. Bei Tier- und Wildlife-Fotos ist die Entwicklung noch extremer. Adobe Stock bietet aktuell rund 44,1 Millionen Tierbilder an – davon sind fast die Hälfte KI-generiert.

Und wenn die meisten davon fehlerbehaftet sind, haben wir in Zukunft ein großes Problem. Anders als bei den 6 Fingern wissen wahrscheinlich die Wenigsten, wie lang der Schnabel des Wiedehopfs wirklich ist.

Zum Artikel bei stern.de

KI-Corner: Endlich alles verstehen! – Prime-Video-Dubbing

Müssen ja nicht immer die großen Errungenschaften sein, manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die durch KI gelöst werden. So wie das automatische Synchronisieren von Filmen und Serien bei Amazon Prime. Super praktisch für Serien und Dokus aus kleineren Ländern. Oftmals gab es nicht mal Untertitel. Das gehört jetzt zur Vergangenheit.

Zur Ankündigung bei Amazon

KI-Corner: Die Zukunft ist jetzt – KI-Gottesdienst in Helsinki

In die Gegenwart passt ein Versuch der Kirche in Helsinki, einen kompletten Gottesdienst mit KI durchzuführen. Wir hatten einen ähnlichen Versuch bereits im Snack, also nicht so spektakulär, wäre da nicht der folgende Satz des Pfarrers: „Wenn über KI gesprochen wird, geht es normalerweise darum, was KI in Zukunft leisten kann. Doch die Zukunft ist jetzt. ... KI kann all das leisten, was die Leute vielleicht in etwa zehn Jahren für möglich halten", sagte Petja Kopperoinen, der die Idee hatte und sie verwirklichte. Das sollten sich mal viele Business-Kunden merken!

Zum Bericht bei AP News

KI-Corner: In nur 48h! – Co-Scientist von Google

Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du 10 Jahre an einem Projekt arbeitest und eine KI Dir das gleiche Ergebnis in 48h liefert? Noch besser: Dazu noch weitere Hypothesen, an denen Du jetzt weiterarbeiten kannst. Fragen wir doch mal Professor José R. Penadés. Er und sein Team am Imperial College London haben jahrelang erforscht und nachgewiesen, warum einige Superkeime gegen Antibiotika immun sind. Jetzt stellte er „Co-Scientist", einem Tool von Google, eine kurze Frage zu dem Kernproblem, das er untersucht hatte, und es kam innerhalb von 48 Stunden zum gleichen Ergebnis. Autsch!

Zum Bericht bei der BBC

In eigener Sache: OctopusGenius – bald geht's los!

Wie sagte unser Pfarrer aus Helsinki so schön: „... die Zukunft ist jetzt. ... KI kann all das leisten, was die Leute vielleicht in etwa zehn Jahren für möglich halten." Und weil das so ist, aber die Menschen auf diesem Weg – vor allem im beruflichen Kontext – Hilfe brauchen, gibt es uns.

Neben Creator, Publisher und Analyser wird auch das Thema KI-Beratung und Automatisierung eine wichtige Rolle spielen in der OctopusGenius. Dazu bald mehr, denn die Website steht in den Startlöchern. Wenn Du einen Use Case hast, aber nicht so lange warten möchtest, bis die Seite live ist, melde Dich noch heute: info@octopus-genius.com.

Archiv-Ausgabe des NewsSnack von Marco Morinello, ursprünglich erschienen 2025. Meinung und Wortlaut sind bewusst unverändert übernommen.