KI-Corner: Steve Jobs im Messenger & mehrsprachig aus der Dose
Talk to Steve. Es wird immer abgedrehter… Jetzt gibt es eine Anwendung, die auf die Stimme von Steve Jobs trainiert wurde. Mit ChatGPT verbunden, antwortet Jobs auf deine Fragen – und zwar im Messenger. Verrückt und beängstigend.
Mehrsprachig aus der Dose. Gestaunt habe ich auch nicht schlecht, als Jens Polomski zwischen einwandfreiem Polnisch und Italienisch geswitcht ist. Und dafür pauke ich Vokabeln, habe ich mir nur gedacht. Wie das geht? Fragt doch mal ElevenLabs. Jens ist jetzt auf Knopfdruck mehrsprachig. Tja, müssen wir bald Erkennungszeichen mit unseren Verwandten ausmachen, damit sie wissen, ob wir es wirklich sind? Für meine italienischen Verwandten brauche ich das nicht. Den Übersetzer mit sizilianisch-kölschem Dialekt wird es so schnell nicht geben. (Kaum dieses etwas saloppe Ende geschrieben, habe ich über KI-gestützte Betrugsmaschen gelesen – vielleicht sollten wir doch an Erkennungsworten arbeiten.)
Recruiting: Früh Kölsch macht es vor
Ich kann auch als Gaffel-Fan in unserem NewsSnack Früh Kölsch abfeiern. Die Kampagnen der Brauerei sind einfach klasse. In den letzten Tagen sind mir gleich drei Visuals ins Auge gefallen. Wie gut sind denn bitte die beiden Slogans „KRANZ IN DEN MAI" und „MAI FIRST LOVE"? Darauf eine Rakete aus Katrins Tuschmaschine.
Und in Sachen Recruiting legt das Kreativ-Team gleich einen nach: „ZAPF DEIN POTENZIAL AN". Auch dafür gibt's Applaus aus Pulheim. Wie oft lesen, sehen und hören wir schlecht gemachte Recruiting-Werbung. Da lacht das Herz beim Anblick des Früh-Visuals. Die Zielgruppe wird abgeholt, tolle Klammer zum Produkt – und wer will nicht sein Potenzial anzapfen? Wenn jetzt auch noch das Versprechen nach der Einstellung gehalten wird, dann läuft es wie das erste kalte Kölsch an einem Sommerabend.
Praktis in the house: Was man von Praktikanten lernt
Wir hatten zwei Praktikanten bei uns. Anders als in vielen LinkedIn-Beiträgen gesehen und gelesen, ging es mir dabei nicht in erster Linie darum, Wissen für einen Tag zu vermitteln, sondern von ihnen zu lernen. Was sind die relevanten Kanäle? Wo kaufen sie ein, welche Marken und warum? Wie wichtig sind die Superstars dabei? Wie werden Nachrichten konsumiert?
Die Antworten sind nicht repräsentativ, aber da ich Kinder in dem Alter habe, weiß ich, dass es da schon deutliche Trends gibt. Facebook existiert nicht, Instagram Reels wird mitgenommen, aber die Zeit wird bei TikTok verbracht. Der absolute Zeitkiller ist Snapchat. 20.000 Snaps in sechs Monaten ist da eher wenig, Anrufe laufen über die App, hier ist die Party. Fußballschuhe? Kommt darauf an, was der Superstar trägt und wie groß das Portemonnaie der Eltern ist. Alles noch erwartbar?
Für mich überraschend: Das gezielte Ansteuern einer Website spielt gar keine Rolle mehr. Der Nachrichten-Stream ist ausschließlich Social Media oder ein bis zwei ausgewählte Apps in der Nische. Nach der Google-Suche werden keine Links geklickt, sondern der Answers-Bereich genutzt. Keine Recherche, kein Vergleich von Quellen. Die erste Antwort gewinnt. Die Antwort, nicht der Link – ein spannender Ausblick für Googles Geschäftsmodell, das ja gerade eh durch die neuen Technologien infrage gestellt wird. Und auch dazu: Bei den 14-Jährigen ist ChatGPT bekannt und wird genutzt.
Grndios: Giannis – kein Versagen, nur Prozess
Das Video „There is no Failure in Sports", in dem Giannis Antetokounmpo in zwei Minuten auf die Frage antwortet, ob die Saison ein Versagen war, wird in die Sportgeschichte eingehen und in vielen Business-Präsentationen auf Slide 1 kommen. Und das zu Recht! Warum ist es immer sofort ein Versagen, wenn man nicht die Meisterschaft gewinnt, nicht seine gesteckten Ziele direkt erreicht? Seine Ausführungen und der Vergleich mit Michael Jordan sind wohlüberlegt und top gewählt. Aber was mich am meisten beeindruckt: Bei allem Recht, das er gehabt hätte, auf diese Frage wütend, laut oder aggressiv zu antworten, blieb er ruhig, besonnen und verstärkte damit seine Botschaft nur noch. Zudem entschuldigt er sich auch noch dafür, dass er kurz persönlich wird. Denn es ist genau das, was Sportler stört: wenn die sachliche Ebene verlassen und es persönlich wird. Respekt, Giannis.