Wo die „echte Liebe" hinfällt – Klopp, Red Bull und das Ende der Fußball-Romantik
„Der Markenfriedhof Jürgen Klopp", „The Normal One & Red Bull" oder wie ich es nennen würde „Das Aus für alle Fußball-Romantiker".
Wie immer sollte man jede Geschichte aber aus mehreren Perspektiven betrachten. Für alle, die Klopp schon als Nationaltrainer gesehen haben: Er selbst hat sich da bislang nicht gesehen. Es gibt mit Nagelsmann einen Nationaltrainer, der die Mannschaft wieder in die richtige Bahn gelenkt hat. Der Rest ist Wunschdenken der Fans.
Klopps Rückkehr zum BVB in einer Rolle vergleichbar zu der bei Red Bull? Die gibt es nicht. Denn die Borussia besitzt nicht weitere Klubs auf der Welt, hat keinen Formel-1-Rennstall und verkauft auch keinen Energy-Drink. Dortmund ist am Ende internationaler Durchschnitt mit einer stimmungsvollen Südtribüne. Aber Klopp spielt in einer anderen Liga, das zeigen bereits seit langer Zeit seine Werbedeals. Nehmt Euch Zeit, die Liste der Partnerschaften ist lang. Und wenn man für Puma, Adidas und New Balance wirbt, frage ich mich, wie viel Authentizität da wirklich hinter steckt. Aktuell führt er übrigens als „Coach" die Marken Saturn und Mediamarkt weiter zusammen.
Kommen wir nochmal zu den unterschiedlichen Perspektiven. Der Job als Head of Soccer bei Red Bull ist wie geschaffen für Klopp, die Aufgabe extrem reizvoll, die Möglichkeiten unendlich und zur Not verleiht eine Geldspritze – nicht unbedingt die „echte Liebe" – Flügel. So ist das.
Also eigentlich sind es vor allem die Grenzen der Fußballromantiker und nicht die des Jürgen Klopp, der Red Bull schon vor Jahren gelobt hat. Aber eben diese Romantiker (Vorsicht, ich rede mit mir selbst) sollten langsam mal aufwachen. Neymar, Ronaldo in Saudi-Arabien, Messi in den USA, aufgeblasene Champions-League, Sport-Events in der Wüste, die Liste ist unendlich fortzusetzen ... in dieser Welt ist kein Platz mehr für Romantik und echte Liebe.
KI-Corner: Ein wilder Ritt durch die KI-Woche – Suno, Deepfakes und Babbel
So, heute machen wir mal eine echte KI-Corner und die ist prall gefüllt bis unter die Decke. Was gerade abgeht, ist der reinste Wahnsinn. Wir kommen kaum noch hinterher.
Suno, bei uns bekannt geworden durch den unvergesslichen 923b-Song, den Simon per Prompt erstellt hat, macht es jetzt noch einfacher. Nicht einmal mehr prompten muss man können, einfach Bild hochladen und das KI-Tool macht automatisch einen Song aus dem Bild. Ok, verrückt!
Videos werden übrigens auch immer besser. Passend zum Thema Jürgen Klopp eine kleine KI-Unterhaltung. Findest Du spannend? Ruf an, können wir sehr gut mittlerweile. Und das Thema ist völlig frei, natürlich auch alles mit KI erstellt.
Da denkt sich RTL, KI können wir auch und nutzt zukünftig Runway. Thorsten Braun, Chief Marketing, Brand & Consumer Products Officer, sagt dazu bei Horizont: „Ziel ist es, kreative Möglichkeiten in der Produktion von Promotion-Inhalten zu steigern, ohne Kompromisse bei der gewohnten Qualität einzugehen, für die wir bekannt sind." Schauen wir mal ...
So, jetzt drehen wir mal unsere Begeisterung von 100 auf 0! Deepfakes sind ein echtes Problem, überall, aber vor allem in der koreanischen Porno-Industrie. Ein Foto reicht und schon grassieren Pornos von Dir durchs Netz. Den Tätern wünsche ich einmal das Oktagon mit Khabib Nurmagomedov.
Wo wir schon bei Betrug und Fake sind: Wusstest Du, dass mittlerweile fast die Hälfte aller Betrugsfälle im Finanz- und Zahlungsverkehr auf KI zurückzuführen ist? Das wird nicht weniger, vermute ich.
Komm, bleib dran, zwei habe ich noch!
Zunächst TikTok: Laut eines Berichts auf n-tv werden Hunderte von Arbeitsplätzen gestrichen. Grund: Automatisierung durch KI!
Last but not least: Babbel. Die Sprachlern-App setzt vermehrt auf KI-Technologie und kann „plötzlich viel machen, was wir früher gerne gemacht hätten", so Markus Witte. Das kann ich mir gut vorstellen. Wo ich gänzlich andere Meinung bin, betrifft die Zukunft des Lernens von Fremdsprachen. „Witte ist zuversichtlich, dass die neuen Möglichkeiten zur Simultanübersetzung mit Hilfe von KI nicht das Erlernen von Sprachen ersetzen werden." Das sehe ich anders!
So, das war der wilde Ritt durch die KI-Woche. Dabei hätten wir noch so viel. Aber lassen wir ein bisschen was liegen für kommende Woche.
OOH: HIRE OR FIRE! – Domino's Guerilla-Coup vor Old Trafford
Domino's Pizza gibt Gas! In den letzten Monaten fällt der Pizza-Lieferdienst immer wieder mit mutigen Aktionen auf. Jetzt in Manchester gesehen: Ein Schlepper, der mit einer OOH-Werbefläche direkt vor dem Old Trafford hält. Zu sehen darauf die Werbung von Domino's mit dem Slogan: „We're hiring (not you Erik)" – mit dem passenden Bild von Erik ten Hag. Den Nicht-Fußballfans sei gesagt: einfach den nächsten Artikel lesen. An den Rest: Wie gut ist das denn bitte? Guerilla à la Sixt! Charles würde zwei Daumen heben, ich sage: Elfmeter verwandelt, liebes Domino's-Marketing-Team. Mut zahlt sich aus. Wenn ich schon in Pulheim dazu schreibe, wird das Motiv einmal durch UK gezogen sein.
Apropos Sixt! Nicht so einfallsreich wie sonst, auch bisschen flach, aber so wird der Autovermieter aktuell auf Social-Media beworben.
GRNDIOS: Neue Grenzen – wie Ottobock die Geschichte von Marian erzählt
Alles ist möglich. Auch ein neues Leben mit neuen Grenzen nach einem schweren Unfall: So erzählt Ottobock die Geschichte von Marian, der sein rechtes Bein verlor, sich aber dank Willenskraft, Unterstützung, Glauben und der richtigen Beinprothese nicht nur ins Leben zurückkämpft, sondern auch gleichzeitig Inspiration für andere ist. Und weißt Du was? Genau so erzählt man Geschichten richtig. In vier Teilen auf YouTube wird Marian begleitet auf dem Weg zurück nach seiner schweren Verletzung. Ich habe sie mir „noch" nicht angeschaut und versprochen, wenn sie richtig schlecht sind, schreibe ich nochmal dazu, aber der Trailer packt mich und ist vielversprechend. Ottobock schafft damit genau das, was sie – wahrscheinlich – wollen. Die Markenreichweite wächst in unterschiedlichen Zielgruppen. Ansonsten ist man doch sehr in „seiner Blase" unterwegs.
Hier zu den 4 Teilen, jeweils knapp 15 Minuten, vielleicht was fürs Wochenende: Ottobock Germany auf YouTube