Kampagnensalat: Kein Aufreger mehr – Heidi & Leni Klum
Auch wenn das Thema angeblich durch ist: Fährst du aktuell durch eine Großstadt in Deutschland, lächeln dich händchenhaltend, halbnackt Heidi Klum und ihre Tochter in Unterwäsche an. Zum zweiten Mal. Bereits vor zwei Jahren sorgte der Auftritt für das italienische Dessous-Label Intimissimi für Aufsehen. Und jetzt? Empörung lese ich nicht, besonders thematisiert wird es auch nicht, das ist nicht gut, weder für Heidi und Leni noch für Intimissimi. Wir stumpfen halt alle ein bisschen ab. Wobei: Mir ist es aufgefallen, aber mir gefällt es nicht, irgendwas in mir sagt, dass es falsch ist. Deine Meinung? Ab in die Kommentare.
Kampagnensalat: Apple entschuldigt sich!
Werbung darf auch mal provozieren, laut sein oder meinetwegen über das Ziel hinausschießen, alles besser als langweilig und stromlinienförmig. Deshalb – mein Gott – soll sich doch Heidi Klum mit ihrer Tochter präsentieren für Unterwäsche, wen juckt es, ob es mich stört. Alles besser als die große Ängstlichkeit, die Jean-Remy von Matt vor Monaten als Trend beschrieb. Warum das der große Trend ist, beweist der neue Apple-Spot.
Für das iPad werden kurzerhand alle möglichen Musikinstrumente, Kameras, Spielekonsolen, Farben, Uhren zusammengepresst, raus kommt das dünnste iPad aller Zeiten. Dieses Endgerät vereint alle Fähigkeiten. Ist jetzt nicht der beste Spot von Apple, aber schlecht ist er auch nicht. Das Zerstören wirkt hart, entspricht aber irgendwie auch einfach nur der Realität. So weit, so gut, jetzt kommt der Aufschrei: Hugh Grant spricht von der Zerstörung der menschlichen Erfahrung und das gesamte Internet holt aus zum Shitstorm. Und was macht CEO Tim Cook? Entschuldigt sich und kippt um. Mann, Junge, knick doch nicht direkt ein, halt mal was aus und genieß die Empörung, auf die Heidi und Leni immer noch warten.
Zum Apple-Spot · Zum Bericht bei Horizont · Zum Trend-Interview von Matt
Kampagnensalat: Aldi trifft den Nerv!
Den Text hätten eigentlich andere Eltern schreiben müssen, aber so lange ist es bei mir auch noch nicht her: die ersten Ess-Versuche der Kinder und wie diese den Alltag komplett auf den Kopf stellen. Tomatensauce im Gesicht, Essen auf dem Boden, die Waschmaschine läuft 24/7, denn sauber bleibt nichts. Diese Momente dienen der neuen Aldi-Kampagne, um an Vater- und Muttertag die Helden des Alltags zu feiern. Claim: „Liebe geht durch den Magen und noch viel weiter."
Die kleinen Ausschnitte sind süß, sie treffen einen Nerv bei Eltern und sprechen die Zielgruppe an. Denn die Resonanz ist überwältigend, laut eines Berichts auf focus.de. „Das ist mehr als Werbung, das ist Anerkennung für das, was wir jeden Tag leisten", sagt eine junge Mutter aus Berlin. „Es tut gut zu sehen, dass es anderen genauso geht wie mir." Auf YouTube schreibt ein Vater: „Der Spot bringt mich als Elternteil gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen, super gemacht!"
Wann bekommt Werbung schon mal so ein gutes Feedback! Auch von mir zwei Daumen nach oben!