KI-Corner: Boxen, Richard Socher & der erste Award für KI-Fotos
Boxen. Wie wir in Zukunft Sport konsumieren, wird sich grundlegend ändern. Denk an das Beispiel vom NBA-Spiel aus der letzten Woche. Heute habe ich ein Analysebeispiel aus dem Boxen. Haben sich Kämpfer früher ihre Gegner angeschaut und studiert, können sie das heute unterstützt von KI-Tools machen und dabei Informationen wie Schlaghärte, Häufigkeit und Geschwindigkeit in Echtzeit angezeigt bekommen. So auch schon im Tennis, Tischtennis und anderen Sportarten gesehen. Hier das passende Video dazu.
Socher. Für alle wirklich KI-Interessierten hier noch ein Link zu einem spannenden Interview mit Richard Socher, You.com-Gründer und – wie ich seit dem Podcast „Alles gesagt" finde – einer der schlausten Köpfe überhaupt.
KI-Fotos. Ich erinnere mich an meine erste Pressereise im Jahr 2005. Damals die Diskussion unter Kollegen: Digitalkameras. Ich werde nie die Hingabe und Leidenschaft eines Kollegen vergessen, der für die analoge Fotografie kämpfte. Ich war einfach glücklich, so oft es ging zu „knipsen", bis ich damals Segesta in Sizilien eingefangen hatte. Und heute: Gibt es den ersten Wettbewerb für KI-generierte Fotos. Was der Kollege wohl sagen würde?
Ein bisschen Wasser auf die Mühlen für die, die schon immer das Negative hinter den neuesten Entwicklungen gesehen haben. Ein Journalist hat seine Stimme geklont und sich per Voice-ID Zugang zum Konto verschafft. Ja, es gibt auch die dunkle Seite der KI-Macht.
DJ Spotify betritt das Studio
Wer kennt es nicht? Du stehst auf der Tanzfläche, die Party läuft, aber der DJ fühlt die Stimmung nicht und verkackt ein Lied nach dem anderen. Fragt mal Katrin. Die wird Dir sagen: kein PUR-Hitmix an Karneval, BITTE. Damit das wenigstens auf dem Smartphone klappt, hat Spotify einen neuen KI-DJ eingeführt. Der kennt dich, Deine Lieblingssongs, gibt Infos zu Künstlern und stellt Dir auch mal neue Songs vor. Mit der Zeit wird Dich Dein persönlicher DJ so gut kennen, dass er nicht in die PUR-Hitmix-Falle tappt.
Gut? Schlecht? Bewertet es selber. Ich muss es erst testen, aktuell ist das Feature nur in den USA und Kanada zugänglich.
Und was machen die „echten" DJs dieser Zeit? Die stellen sich ins Studio vor den Greenscreen und können spielen, wann sie wollen und vor allem wo sie wollen. Ich freue mich auf die nächste Party mit der 923b, wenn der PUR-Hitmix aus den Boxen dröhnt.
Kampagnensalat: Targeting-Fails und ein Rabatte-Rätsel
Apollo. So leicht lässt sich der Morinello aufs Glatteis führen. Sehe die Anzeige von Apollo Optik, denke: Zielgruppe bin ich (brauche einen Sehtest), PLZ-Targeting funktioniert auch mit Köln und schau an, Apollo beantwortet sogar Kommentare. Yes, endlich mal ein Best Case. Oder doch nicht. Denn der Admin hatte nur kurz Lust, die eher negativen Kommentare zu beantworten, danach gab es Copy + Paste für alle. In der ganzen Kommentarspalte nur die gleiche Antwort kopieren, ist eher ne 4-.
Brillen.de. Aber vielleicht macht es brillen.de ja besser. Das Regio-Targeting schon. Die wissen sogar, dass ich im Kölner Norden bin. Aber dann auf der Landing-Page soll ich eingeben, wo ich ein Geschäft suche. Du zeigst mir eine Anzeige im Kölner Norden für den Kölner Norden, dann zeig mir doch auch Standorte im Kölner Norden. Mache ich halt den Sehtest bei meinen Freunden von Brillen Föhlisch. Persönlich, aufmerksam, noch geführt von der Inhaberin.
Sevdesk. Bisschen Extra-Konfetti gefällig, 50 % Rabatte bei Sevdesk. Witziges, gutes Visual auf Instagram, das die Buchhaltungssoftware bewirbt. Im Zentrum eine kostümierte Frau im Karnevalslook, super auch noch mit Bezug zur Saison und Region, dazu der Call-to-Action. Was will mein Marketing-Herz mehr? Zum Beispiel, dass der Nubbel nicht schon seit einer Woche verbrannt ist und damit eine Karnevalsaktion hinfällig ist. Naja, ich bin penibel. Die Aktion ist gut, sie ist auch noch aktiv, ob mit oder ohne Konfetti. Et es wie et es…
Enrico Rabatti. Einen habe ich noch. So heißt ein Laden auf der Schildergasse in Köln. Ich schwanke da irgendwo zwischen einer 1+ und einer 6-. Enrico Rabatti: Da ist der Name Programm. Denn es gibt satte Rabatte auf Koffer, Taschen und Lederwaren. Nicht mein Laden, nicht mein Ding, aber ich schreibe trotzdem drüber. Also alles richtig gemacht, wer auch immer du bist, Enrico, denn bei Google gibt es nichts über dich.
Print-Praline: Anzeigenblatt, Süddeutsche und NY Times im Vergleich
Aus einer Laune heraus habe ich am Samstag im „EXPRESS die Woche" geblättert. Mal sehen, wer so wirbt im Anzeigenblatt und ob ich etwas für den Kampagnensalat finde. Habe ich, aber dazu gleich. Denn die Anzeigen haben mich in Gänze nicht gepackt, aber ich wollte der Gattung Print am Samstag eine Chance geben, also habe ich noch eine Süddeutsche und New York Times gekauft. Schöner Vergleich: Anzeigenblatt, nationaler Titel, internationales Blatt. Das Ergebnis: Für die gestalteten Anzeigen brauche ich keine 2 Hände mehr. Dies ist nur eine Feststellung, keine Beurteilung. Was ich fand? In der Süddeutschen nichts Erwähnenswertes, im Anzeigenblatt eine vertane Chance und in der NY Times dann doch noch eine gelungene Anzeige.
Starten wir mit Fall 1. Die Apetito AG bewirbt in einem 3-Spalter die Landhaus Küche. Und das eigentlich ziemlich gut. Mit dem Teaser „Was unsere Gerichte besonders macht" wird auf ein Video verwiesen und sogar erklärt, wie das geht inkl. QR-Code. Der Link funktioniert (kennen wir so auch nicht immer), das Video ist gut gemacht und sogar mit einem Tracking-Code versehen. Passt! Aber eine Frage? Warum ist die Anzeige in Schwarz-Weiß? Also, ich denke, es zu wissen: Weil der Kunde keinen Farbzuschlag zahlen wollte. Aber der Kunde steht über den Todesanzeigen (meistgelesene Seite, deshalb gar nicht so schlecht) und reiht sich so nahtlos ein. Die Landing-Page und das Video sind bunt, frische Farben. Hey, da muss man auch als Verlag mal einen Deal machen. Kann mir nicht vorstellen, dass der Kunde auf S/W gepocht hat.
Der 2. Fall ist schnell erklärt. 1/1 Seite in der NY Times, Longines bewirbt die SPIRIT ZULU TIME. Schöne Uhr, großflächig beworben, aber was es vor allem ausmacht, ist die Geschichte, die dazu erzählt wird. Das kommt häufig viel zu kurz in der Werbung. Erst die Story von zwei Piloten, die 1931 den ersten Non-Stop-Flug von Japan in die USA gemacht haben, mit einem nostalgischen Bild macht die Anzeige rund. Übrigens: Der Hammer ist die Website dazu.
Alles ist möglich: WD40 als Aftershave
Von MSCHF habe ich schon einmal berichtet. Das Kollektiv hat schon diverse kuriose Produkte veröffentlicht und tritt wirklich immer mit den grandiosesten Designs auf. Die neuste Kreation: Aftershave mit dem einzigartigen Geruch von WD40. Wie ich meinte: „Jeder 2. Mann tötet für dieses Produkt." Und laut famouscampaigns.com soll ich recht behalten: Was als Meme begann, konnte für 44 $ online gekauft werden und ist mittlerweile SOLD OUT!
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