Messi und die Reichweite – mein Nachtrag
Ich kann ja einen Fußball-Artikel über den drittbesten Fußballer aller Zeiten nicht unkommentiert lassen, schon gar nicht, wenn er gerade mit seinem Wechsel nach Miami sportlich fast auf dem Niveau des Spots angekommen ist (maximal eine 4-). Es geht um die Kampagne des Hard Rock Café, das mit den demnächst erhältlichen „Messi Chicken Sandwiches" die enorme Reichweite von Lionel Messi (479 Mio. Follower allein auf Instagram) nutzt. Übrigens: Hierzu noch ein Fundstück, wie Apple das für seine OOH-Kampagne nutzt. Manchmal ist weniger wirklich mehr. Zum Post bei Instagram
Ach, und lieber Leo, das gilt auch für Dich und Deine Werbung. Nimm nicht alles mit …
KI-Corner: Meisterwerk aus Krickelkrakel (ClipDrop)
Die Welt ist ernst genug, lass uns mal wieder was Spaßiges ausprobieren: ClipDrop von Stability.ai. Du machst ein bisschen „Krickelkrakel" (so hieß das früher im Kindergarten, oder?), sagst in einem Prompt, was es sein soll, dazu den Style, fertig ist das Bild. In der Free-Version sind 2 Bilder möglich, also volle Konzentration beim Testen, ansonsten heißt es eine Stunde warten.
Orange und der Frauenfußball
Ich habe mal Lust, mich unbeliebt zu machen. Früher hätte ich gesagt, eine andere Perspektive aufzumachen. Aber ich bleibe dabei, es gibt keine Grauzone mehr in Diskussionen, und schon gar nicht, wenn es um Frauenfußball geht. Eigentlich schade, denn die Entwicklung ist faszinierend (2007 hatte ich als Journalist vor Ort in Bad Sobernheim die Frauen-Nationalmannschaft begleitet, bevor sie Weltmeister wurde. Das Spieltempo, die Technik und Athletik sind heutzutage allerdings deutlich besser), aber das stetige Vergleichen mit den männlichen Kollegen hilft keinem weiter. Ich würde mich übrigens bewusst anders positionieren, denn was in der Welt des Männerfußballs los ist, lässt selbst fanatische Anhänger verzweifeln.
Aber genau diesen Vergleich macht jetzt der gelobte und gehypte Spot von Orange mit der französischen Nationalmannschaft. Der „fantastische" Werbespot, wie WUV sagt, setzt dabei auf KI-Technologie. Diese lässt die männlichen Superstars in die Bewegungen der Frauen schlüpfen. So werden Spielszenen aneinandergeschnitten, in der Halbzeit des Spots kommt die Auflösung und der AHA-Effekt. Den hatte ich allerdings nach 5 Sekunden: Kein Griezmann, kein Mbappé und kein Giroud machen solche Bewegungen, und das führt bei mir eher zu Verwirrung beim Betrachten. Wenn ich das Netz durchforste, aber nur bei mir, von daher: alles richtig gemacht! Es sei denn, der Rest, der genauso denkt, traut sich das gar nicht mehr zu sagen. Zum Video
Übrigens, warum werden eigentlich nicht im Frauenfußball mal ein paar Sachen getestet, die innovativ sind und an die sich die männlichen Kollegen nicht trauen? Zum Beispiel: Einwürfe abschaffen, stattdessen schnelles Eindribbeln erlauben. Das gibt dem Spiel eine neue Geschwindigkeit und Dynamik und wird für Aufsehen sorgen.
TV: Spiel. Satz. Sieg Wimbledon!
Nichts umtreibt Verantwortliche in Organisationen, Vereinen und Veranstaltungen so sehr wie das Zusammenspiel zwischen Tradition und Innovation. Wie schaffe ich es, mit der Zeit zu gehen, Innovationen einzusetzen, die digitalen Medien zu nutzen und gleichzeitig Tradition und Kernwerte einer Sportart zu wahren, Fans in neuen Zielgruppen zu gewinnen, aber in alten nicht zu verlieren. Ein schmaler Grat, den viele Events, Firmen und Sportereignisse gehen müssen und dabei nicht selten aus dem Gleichgewicht kommen und fallen.
Dass es anders geht, beweist Wimbledon. Ich bin kein Insider, habe kein Spiel verfolgt und gehöre zu der sehr schwer zu erreichenden Zielgruppe der noch nie Interessierten. Aber ein Artikel auf omr.de hat mich aufmerksam gemacht. Den möchte ich hier nicht 1:1 abschreiben. Ich empfehle die Lektüre und fasse gerne die wichtigsten Themen zusammen.
Mehr Tradition als Wimbledon geht wohl nicht. Selbst Menschen, die den Sport nie schauen, kennen das bekannteste Tennisturnier der Welt. Wo Tradition gewahrt wird, ist bei der Kleiderordnung der Spieler, den fast werbefreien Zonen auf den Courts (dennoch 65 Millionen Euro Umsatz über Sponsoring), langjährigen Partnerschaften mit Sponsoren (Slazenger seit 1902) und anwesenden Linienrichtern. Bei vielen anderen Turnieren sind diese mittlerweile komplett digitalisiert und das „out" kommt von einer Computerstimme. Nicht in Wimbledon.
Wo sind die Innovationen? Hawk-Eye-Technologie (erlaubt den Video-Check bei strittigen Situationen), konstante Bearbeitung und Distribution von Inhalten auf allen Social-Media-Kanälen (Reichweite 9,5 Mio.), immersives 3D-Spiel auf Roblox, 12 Mio. Visits in der Wimble World auf der Metaverse-Plattform, Handyspiel Tennis Clash mit schlauen Verknüpfungen zur Offline-Welt, eigenes Spiel (Race to Wimbledon) auf der Fortnite-Plattform – auch hier mit Verknüpfungen und Gewinnen zum „echten" Event, Audio-Kommentare per KI und zu guter Letzt: der Einsatz von Daten für jegliche Statistik. 25 Millionen Datenpunkte werden während des Turniers erfasst – dank des Partners IBM.
Beeindruckend.