3. Nov. 2026
ChatGPT-Werbung bringt 0,89 Dollar pro Klick, Google 2,45 Dollar: Warum du jetzt für Neugier zahlst, nicht für Kauf
Ein erstes Arbeitspapier vergleicht ChatGPT-Ads mit Google Ads: 0,89 Dollar Umsatz pro bezahltem Besuch statt 2,45 Dollar, Conversion 0,37 Prozent statt 1,17 Prozent. Marco Morinello ordnet im KI-Snack ein, warum Recherche-Traffic anders konvertiert als Kauf-Traffic und was das für dein Budget bedeutet.

Warum bringt Werbung in ChatGPT weniger Umsatz als Google Ads?
Ein Arbeitspapier von Maximilian Kaiser (WU Wien) und Christian Schulze (Frankfurt School) hat 387 US-Websites über rund zwei Monate ausgewertet. Ergebnis: Ein bezahlter Besuch aus ChatGPT brachte im Schnitt 0,89 Dollar Umsatz, ein Google-Besuch 2,45 Dollar. Die Conversion-Rate lag bei ChatGPT bei 0,37 Prozent, bei Google bei 1,17 Prozent. Das deckt sich mit Marcos Einschätzung: Wer ChatGPT fragt, recherchiert. Wer bei Google sucht, will oft schon kaufen. ChatGPT schlägt zudem Produkte vor, nach denen niemand aktiv gesucht hat. Das macht den Traffic informationsorientiert statt kaufbereit.
Für wen lohnt sich ChatGPT-Werbung trotzdem?
Marco sagt klar: Wer jetzt Budget von Google nach ChatGPT schiebt, bezahlt für Neugier, nicht für Kauf. Trotzdem kann das Sinn machen, wenn du Awareness aufbauen willst oder ein Produkt hast, das Erklärung braucht. Die Daten sind jung, die Plattform ist neu. Sein Rat: Teste ChatGPT-Ads parallel zu Google und Meta, aber erwarte andere Metriken. Vergleiche die Cost-per-Acquisition, nicht nur die Klickpreise. Und leg TikTok Shop daneben, um das Gesamtbild zu sehen. Blind umschichten ist teuer.
Was bedeutet das für deine KI-Sichtbarkeit im Mittelstand?
Marcos Perspektive aus der täglichen Arbeit: KI-Sichtbarkeit entsteht nicht durch bezahlte Anzeigen allein. Wenn ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews dich zitieren sollen, brauchst du strukturierte, deklarative Inhalte mit echtem Information Gain. Werbung bringt Traffic, aber keine Autorität. Die Daten aus dem Arbeitspapier zeigen, dass Recherche-Traffic anders tickt. Deshalb gilt für Mittelstandsunternehmen: Investiere in zitierfähige Inhalte, teste Ads mit realistischen Erwartungen und optimiere auf Conversion, nicht auf Impressions.
Welche anderen KI-Entwicklungen sind für den Mittelstand relevant?
Marco berichtet in der Folge von seinem eigenen News-Board, das er sich mit KI baut. Jeden Morgen lässt er sich KI-News und Kundenthemen zusammenführen. Das ist ein Praxisbeispiel für angewandte Automatisierung ohne große Plattformen. Gleichzeitig sieht er in den USA einen Wendepunkt: 2025 wurden in Fabriken 38.500 Industrieroboter installiert, während Hersteller über 100.000 Stellen abbauten. Roboter überholen erstmals die Einstellungen von Menschen in der Produktion. Das ist kein Hype-Thema mehr, sondern Realität in der Fertigung. Für den deutschen Mittelstand heißt das: Automatisierung wird zur Wettbewerbsfrage.
Was kostet die KI-Blase wirklich?
Marco spricht über Anthropic, die in einem Quartal rund 23 Milliarden Dollar Verlust gemacht haben. Auch Grok wird eingeschränkt, weil die Kosten zu hoch sind. Die Frage dahinter: Wer bezahlt die Milliardenverluste am Ende? Die Antwort ist unklar, aber die Rechnung wird kommen. Entweder über höhere Preise, über Werbung oder über Exits. Für dich als Entscheider bedeutet das: Verlasse dich nicht auf kostenlose KI-Tools als Geschäftsgrundlage. Bau eigene Lösungen, die du kontrollierst, oder hab einen Plan B.
Wie setzt die Telekom KI im Weihnachtsspot ein?
Der Telekom-Weihnachtsspot "Take Time to Connect" ist komplett KI-generiert. Marco findet die Idee stark, fragt sich aber, ob ein hybrider Ansatz mit echten Bildern und KI-Effekten nicht noch überzeugender gewesen wäre. Das ist eine typische Mittelstands-Frage: Wann ist KI das richtige Werkzeug, wann ist sie Selbstzweck? Die New York Times verklagt parallel dazu Brave, weil die KI Inhalte hinter Paywalls verwertet. Auch hier zeigt sich: Die Rechtsfragen sind nicht geklärt, und wer KI produktiv nutzt, muss Quellen sauber dokumentieren.
Fazit
Wer heute Budget in ChatGPT-Ads steckt, sollte wissen, dass die Conversion deutlich unter Google liegt. Die ersten Daten sind eindeutig: 0,89 Dollar statt 2,45 Dollar pro bezahltem Besuch. Marco empfiehlt im KI-Snack: Teste parallel, vergleiche Plattformen und baue auf strukturierte Inhalte statt auf Paid-Traffic allein. Die KI-Sichtbarkeit entscheidet sich in der Qualität deiner Antworten, nicht im Anzeigenbudget.
Häufige Fragen zu ChatGPT-Werbung und KI-Sichtbarkeit
Lohnt sich Werbung in ChatGPT für E-Commerce?
Laut dem Arbeitspapier von Maximilian Kaiser und Christian Schulze brachte ein bezahlter ChatGPT-Besuch im Schnitt 0,89 Dollar Umsatz, ein Google-Besuch 2,45 Dollar. Die Conversion-Rate lag bei 0,37 Prozent (ChatGPT) versus 1,17 Prozent (Google). Das gilt nicht, wenn dein Produkt erklärungsbedürftig ist oder du Awareness statt direkten Kauf suchst.
Warum konvertiert ChatGPT-Traffic schlechter als Google-Traffic?
Marco erklärt: In ChatGPT recherchieren Menschen, bei Google haben sie oft schon Kaufabsicht. ChatGPT schlägt zudem Produkte vor, nach denen niemand aktiv gesucht hat. Das macht den Traffic informationsorientiert. Das gilt nicht, wenn du gezielt auf Anfragen mit Kaufsignal bietest oder Retargeting parallel einsetzt.
Ersetzen Roboter in den USA schon Fabrikjobs?
2025 wurden in US-Fabriken rund 38.500 Industrieroboter installiert, während Hersteller über 100.000 Stellen abbauten. Roboterinstallationen haben erstmals die Einstellungen von Menschen überholt. Das gilt nicht für alle Branchen, aber für die Fertigung ist Automatisierung zur Wettbewerbsfrage geworden.
Ist der Telekom-Weihnachtsspot komplett KI-generiert?
Ja, der Spot "Take Time to Connect" ist 100 Prozent KI-generiert. Marco findet die Idee stark, fragt sich aber, ob ein hybrider Ansatz mit echten Bildern und KI-Effekten noch überzeugender gewesen wäre. Das gilt nicht, wenn das Ziel bewusst ein reines KI-Experiment war.
Wie baue ich mir ein eigenes News-Board mit KI?
Marco lässt sich jeden Morgen KI-News und Kundenthemen von einer KI zusammenführen. Du kannst das mit Tools wie Perplexity, ChatGPT oder eigenen Automatisierungen über APIs umsetzen. Das gilt nicht, wenn du keine klaren Themenfelder definierst oder keine Quellen vorgibst.
Von Marco Morinello · 3. Nov. 2026
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